Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei an Silvester: Einsatzkräfte der Region mit relativ ruhiger Nacht

Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei an Silvester : Einsatzkräfte der Region mit relativ ruhiger Nacht

Wie jedes Jahr ist Silvester ein kritischer Abend, wenn es um Polizeieinsätze geht. Betrunkene Menschen, Schwarzpulvergebrauch und das gemeinsame Feiern auf der Straße bieten viel Konfliktpotenzial. Doch in der Region blieb es verhältnismäßig ruhig.

Aachen und die Städteregion

Ruhig über die Bühne gebracht haben die Silvesternacht auch die Einsatzkräfte in Aachen. Das Aufkommen von Rettungsdiensten sei, so ein Sprecher der Aachener Feuerwehr, vergleichbar mit jedem anderen Wochentag gewesen, für seine Truppe habe es glücklicherweise keinen Großeinsatz gegeben. 22 Einsätze, vornehmlich kleinere Mülltonnenbrände und Hilfeleistungen, habe es für die Feuerwehrleute gegeben.

Auch die Polizisten hatten eine vergleichsweise ruhige Nacht.

Bei den typischen Einsatzanlässen wie Körperverletzungen, Schlägereien, Randale, Streitigkeiten und Sachbeschädigungen sank die Gesamtzahl im Vergleich zu den letzten Jahren (2014bis 2018) erneut, von im Durschnitt 61 auf nun 46.

So wurde kurz nach Mitternacht auf der Trierer Straße ein Zigarettenautomat von Jugendlichen beschädigt, indem sie einen gezündeten Böller hineinsteckten. Gestohlen wurde nichts, die Verdächtigen konnten unerkannt fliehen.

In der Diskothek Starfish kam es auf der Tanzfläche zu einer Schlägerei zwischen jungen Männern, die ihren Streit aber schon beigelegt hatten, ehe die Polizei überhaupt eingetroffen war. Zwei Personen waren durch herumfliegende Gegenstände verletzt worden, daher stellten die Beamten eine Anzeige aus. Die Verletzten wurden von einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Silvesterraketen in Feiernde geschossen

Wirklich schlimm daneben benahm man sich auf dem Eschweiler Markt. Hier schossen Jugendliche mit Raketen nicht in die Luft, sondern zielten in Richtung anderer Marktbesucher. Als zwei Männer die Jugendlichen daraufhin zur Rede stellten, griffen sie die Erwachsenen an und verletzten sie – ein Rettungswagen brachte sie später in ein Krankenhaus.

Die kurz darauf eintreffende Polizei konnte einen der Verdächtigen nach kurzer Fahndung in der Nähe des tatorts aufgreifen. Doch bei seiner Kontrolle leistete der 16-Jährige derartigen Widerstand, dass er einen Polizisten leicht verletzte. Zur Ausnüchterung wurde der Jugendliche ins Polizeigewahrsam gebracht, ihn erwartet nun ein Strafverfahren.

Die Eschweiler Feuerwehr sprach ansonsten von einer relativ ruhigen Nacht: Die hauptberuflichen und freiwilligen Kräfte mussten zu insgesamt 41 Einsätzen ausrücken, 33 davon im Rettungsdienst. Sechs kleinere Feuer – meist verursacht durch Knallkörper – endeten ohne großen Sachschaden, Personen wurden nicht verletzt.

Alleinunfall am Europaplatz

Gegen 4.25 Uhr kam es am Europaplatz zu einem Verkehrsunfall mit einem Schwerverletzten. Ein 26 Jahre alter Autofahrer aus Alsdorf bog von der Autobahn aus zu schnell auf den Kreisverkehr und verlor die Kontrolle über seinen Wagen.

Das Fahrzeug schliff an der Leitplanke entlang, kippte auf die Beifahrerseite und rutschte über die komplette Fahrbahn auf den Grünstreifen. Dort wurde die Schlitterpartie jäh von einer "im Weg stehenden" Laterne gestoppt.

Der unter Alkohol stehende Fahrer konnte sich selbständig aus dem Fahrzeug befreien und wurde mit einem Rettungswagen ihn in ein Krankenhaus gebracht. Der Pkw erlitt Totalschaden und musste abgeschleppt werden, die stark beschädigte Laterne wurde von Mitarbeitern der Stawag gesichert. Der Europaplatz war zeitweise für den Fahrzeugverkehr gesperrt.

Der Kreis Heinsberg

Im Kreis Heinsberg kam es zu keinen Gewalttaten. Vornehmlich eine Serie kleinerer Einbrüche in Hückelhoven beschäftigte die Beamten. Auch in Heinsberg-Oberbruch wurde die Tür einer Gaststätte von Unbekannten aufgehebelt.

Gegen 1.20 Uhr kam es dort auch zu dem ersten Feuerwehreinsatz des Jahres: In einem Mehrfamilienhaus in der Graf-von-Galen-Straße brach ein Brand aus, weil Bewohner abgebrannte Feuerwerkskörper in Mülltüten verstaut und dann in den Keller geräumt hatten.

Dort entflammte die Pyrotechnik erneut, sodass sich viel Rauch entwickelte. Ein Hausbewohner bemerkte das, löschte die Tüten mit Wasser und trug sie wieder ins Freie, wo er von den Rettungskräften in Empfang genommen wurde.

Während der Löschaktion hatte der Mann so viel Rauch eingeatmet, dass er vorsorglich in das Heinsberger Krankenhaus untersucht werden musste.

Schwer verletzter Radfahrer

Schon am Nachmittag, gegen 14.45, war es in Geilenkirchen zu einem Unfall gekommen, bei dem auf der Flurstraße ein Radfahrer schwer verletzt wurde.

Mit seinem E-Bike wollte der Mann nach links, auf den Berliner Ring abbiegen, wobei er aber eine herannahende Autofahrerin übersah. Mit ihrem Wagen stieß sie gegen das Pedelec und verletzte den Radfahrer schwer. Vom Krankenwagen wurde er dann in das Geilenkirchener Krankenhaus eingeliefert.

Der Kreis Düren

Zu 40 „silvesterbezogenen“ Einsätzen kam es bei den Beamten im Kreis Düren – acht Einsätze mehr als im Vorjahr.

Hinzu kamen zwei Widerstandsdelikte, zwei Körperverletzungen, vier Sachbeschädigungen, ebensoviele Einbrüche, zwei Verkehrsdelikte wie auch acht Ruhestörungen und diverse kleinere Einsätze ohne Straftatbestände, die die Beamten aufnehmen mussten.

Schon am frühen Abend gab es den ersten Brand, bei dem ein Auto in der Einfahrt eines Hofes in Langerwehe komplett ausbrannte. Dabei wurde auch das angrenzende Haus beschädigt und die Anwohner mussten die Räumlichkeiten verlassen.

Ähnliche Szenen gab es in Hoven, wo ebenfalls ein Auto ausbrannte. Auch hier konnten die Ermittler noch keine Brandursache feststellen.

Widerstand gegen Polizeibeamte

Das traurige Highlight des Silvesterabends boten für die Polizisten ein 50-jähriger Aldenhovener und eine 15-jährige Jülicherin. Alkoholisiert wollten Beide den Anweisungen der Beamten nicht Folge leisten und traten und schlugen nach ihnen. Dabei wurde ein hinzugerufener Sanitäter leicht verletzt.

Zur Verhinderung weiterer Straftaten, wurden die Aggressoren und ein 30-Jähriger Dürener vorübergehend in Gewahrsam genommen.

(red/pol)