Aachen: Einen Stadtteil spielerisch kennenlernen

Aachen: Einen Stadtteil spielerisch kennenlernen

Knapp sechs Monate lang haben Senioren, Kita- und Schulkinder aus Aachen-Nord gebastelt, geplant und entworfen, jetzt ist das dreidimensionale „Brettspiel Aachen-Nord“ fertig und es ist kunterbunt geworden — so wie der Stadtteil selbst. Im AWO-Begegnungszentrum präsentierten die Beteiligten das fertig gestellte Werk, und vor allem die kleinen Baumeister bestaunten, was sie zuvor noch nicht komplett gesehen haben.

Eifrig suchen sie nach den Häusern, Spielgeräten und Plätzen, die sie aus alten Milchkartons und Zeitungen gebaut haben und zeigten diese stolz ihren Müttern. Die Kinder kommen aus den Kindertagesstätten Schikita, Kunterbunt, Minimax, und der benachbarten Kita Wiesental sowie von der Offenen Ganztagsschule (OGS) der Europaschule Passstraße und der OGS Feldstraße.

Auch die Kinder des Abenteuerspielplatz Kirschbäumchen des Kinderschutzbundes Aachen machten mit und schufen aus alten Trinkfläschchen kunterbunte Spielfiguren. Daneben beteiligten sich die Bewohner der Seniorenresidenzen „bona fide“ und „carpe diem“, die Besucher der Begegnungsstätte Tabitas und nicht zuletzt des Begegnungszentrums selbst.

Seit 45 Jahren ist das AWO-Begegnungszentrum als Nachbarschaftstreff im Stadtteil Aachen-Nord eingerichtet. Im Souterrain des Wohnblocks mit der Nummer 19 ist unter Woche Zeit, um sich bei einem Kaffee zusammenzusetzen oder gemeinsam Grillabende, Vorträge oder Feiern zu verbringen. „Doch die alten Nachbarschaften lösen sich zunehmend auf“, erzählt die Koordinatorin der AWO-Begegnungsstätte Dorothée Siemons.

Frischen Wind in die Nachbarschaftsbeziehungen soll das Brettspiel bringen und außerdem Alt und Jung im Stadtteil zusammenführen. Anja Kipp und Carla Rodrigues haben das Spiel gemeinsam mit allen Beteiligten erdacht und umgesetzt. Kooperationspartner ist auch das Stadtteilbüro Aachen-Nord. Über den Verfügungsfonds wurde das Brettspiel finanziell unterstützt.

Im Groben ist das Spiel einem Stadtplan des Stadtteils nachempfunden. Ein wenig Phantasie braucht man allerdings schon, um die Jülicher Straße, den Grünen Weg oder die Gasballons zu erkennen. „Genauso, wie sich der Stadtteil in der Realität verändert, haben wir auch hier viel Freiraum gelassen. Das Spiel spiegelt vor allem auch die Wünsche wieder“ , erklärt Anja Kipp.

Das Ziel, das alle Figuren erreichen müssen, ist die Tummelwiese. Wer dran ist, wird ausgewürfelt. Um ein Feld weiter zu rücken, müssen die Spieler Fragen beantworten. Verschiedene Farben zeigen die Altersstufe an: Grün ist für die Kindergartenkinder, Blau für die Schulkinder, Rot für die Jugendlichen und erwachsenen Spieler und Gelb für Senioren. „Von drei bis 103 kann jeder mitmachen“, so Anja Kipp. Für die Beantwortung der Fragen darf man sich auch Hilfe holen. Ist die Frage richtig beantwortet, rücken die Spieler ein Feld weiter.

Aufpassen müssen sie bei den Wurmlöchern. Wie kleine Wasserstrudel sehen sie aus und erinnern daran, dass unter dem Stadtteil die Wurm entlangfließt. Gelangt ein Spieler auf dieses Feld, kann er ab- und auf einem anderen Wurmloch wieder auftauchen. Damit möglichst viele Einrichtungen in den Genuss des Spiels kommen, haben die Kooperationspartner einen Spielplan ausgearbeitet.

Für jeweils zwei Monate ist das Spiel an eine Einrichtung ausgeliehen. Diese lädt einen weiteren Kooperationspartner zum Spielen ein. Danach kommt das Spiel zur AWO zurück. Interessierte, die das Spiel ausleihen möchten, können dies bereits jetzt nach Rücksprache tun. Info dazu gibt es bei Dorothée Siemons, Telefon 163604.

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