Aachen: Eine „schicke Hütte“ für Aachens Physiker

Aachen: Eine „schicke Hütte“ für Aachens Physiker

„Schicke Hütte“ urteilte Kanzlervertreter Thomas Trännapp über den neu eröffneten zweiten Modulbau für Physik in der Otto-Blumenthal-Straße. Angestoßen und umgesetzt wurde der von der Hochschule allein und ohne den — sonst oft an Projekten beteiligten — Bau- und Liegenschaftsbetrieb der Stadt.

Für 5,2 Millionen Euro sind nun 1300 Quadratmeter Nutzfläche entstanden und das im Eiltempo: „Im Februar letztes Jahr haben wir mit den Planungen begonnen, kaum ein Jahr später wurde bereits das Fundament gebaut und im Mai dieses Jahr war alles fertig“, erzählt Architekt Manfred Gottschalk von fischerarchitekten. Entstanden sind Büros mit 66 Arbeitsplätzen, vier neue Seminarräume und fünf Physikräume.

Vorgefertigte Bauteile

Im Vergleich zu herkömmlichen Gebäuden lässt sich durch die Modulbauweise einiges an Zeit sparen: Die Module kommen vorgefertigt auf Lastwagen zur Baustelle, der Bau selbst erinnert dann ein wenig an das Tetris-Spielen: 36 Module werden aneinander und übereinander gesetzt, dann steht der Rohbau. „Nur vier Tage hat das gedauert“, erzählt Gottschalk.

Ganz reibungslos hat aber nicht alles geklappt: „Ich bin froh, dass das Gebäude nicht rosa ist“, scherzt Gottschalk. Die Bleche für die Außenfassade wurden zunächst nämlich in der falschen Farbe geliefert. Kniffelig auch die Verbindung zum alten Physikgebäude aus den 60er Jahren, das hinter dem Neubau steht.

Per Brücke, die vom neuen Gebäude getragen wird und sich an das alte Bauwerk anlehnt, können die Studenten nun hin- und hergehen. „Für das alte Gebäude gab es keine Baupläne mehr“, berichtet Gottschalk. Außerdem kamen dem Brückenbau die Planungen zum Brandschutz erstmal in die Quere. Für Modulbauweise sei solch eine Brücke eben eher ungewöhnlich.

Heimat der Experimentalphysik

Ab sofort ist in das 16,50 Meter breite Gebäude der Lehrstuhl für Experimentalphysik eingezogen und Professor Carsten Honerkamp von der Fachgruppe Physik zeigt sich zufrieden: „Für uns ist der Bau natürlich ein großer Wurf. Er kommt genau zum richtigen Zeitpunkt.“ Neben dem neuen Modulbau für Physik gibt es noch zwei weitere genau solcher Unigebäude und einige Containerbauten — zum Übergang, bis zum Beispiel das neue Hörsaalgebäude an der Claßenstraße fertig gestellt ist. Trotzdem eignet sich die Leichtbauweise nicht für alle Zwecke. „Braucht man große Hörsäle, bietet sich so etwas nicht an“, sagt Manfred Gottschalk.

Je mehr neue Studierende nach Aachen kämen, umso größer sei auch die Gefahr, räumlich an Grenzen zu stoßen, sagt Carsten Honerkamp.

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