Aachen: Eine saubere Werbung für die Kultur

Aachen: Eine saubere Werbung für die Kultur

Der Blick der Fußgänger in der Innenstadt fällt schnell auf die verschmutzten und wild plakatierten Stromverteilerkästen. Ehemals einfarbig in Grau — jetzt mit Graffiti und vielen übereinander geklebten Plakaten verdreckt. Für ein gepflegtes Stadtbild sorgt das nicht. Deswegen startet die Stadt Aachen mit der Stawag die nächste Aktion im Rahmen der Kampagne „Sauberes Aachen“.

Um den Wildplakatierern an den Stromkästen zuvorzukommen, hat die Stawag einen Vertrag mit der PDG Werbeträger GmbH geschlossen. Der Deal: Die Firma reinigt alle Stromkästen in der Innenstadt und darf dafür an ausgesuchten Standorten Werbefläche auf den Kästen vermieten. Rund 6000 Stromverteilerkästen und Kästen mit Ampelsteuerungen sind über die Stadt verteilt.

Am Pilotprojekt sind zunächst rund 350 Kästen in der Innenstadt und Ein- und Ausfallstraßen beteiligt. „Diese Kästen sind in den letzten zehn Jahren von den Wildplakatierern entdeckt worden“, sagt Oberbürgermeister Marcel Philipp. Die Idee besteht schon seit einigen Jahren. „Neu ist das Konzept“, sagt Rudolf Roß, Prokurist der Stawag. „Das Wildplakatieren stört auch den Betrieb der Stawag“, beispielsweise müssen die Mitarbeiter die Schlösser der Kästen von den Plakaten befreien.

Die neuen Werbeflächen sind eingefasst in einen Aluminiumrahmen, der mit einem Klappsystem ausgestattet ist. „Überzeugt hat uns die PDG im Ideenwettbewerb auch mit der Hochwertigkeit der Rahmen“, sagt Roß. Um die Kästen dauerhaft sauber zu halten, sind die Mitarbeiter der PDG täglich im Einsatz. Eigens für dieses Projekt hat die Firma zwei über 50-jährige Mitarbeiter eingestellt.

Reinigung bis Ende Juli

Bis Ende Juli sollen die Kästen alle zum ersten Mal gereinigt sein. Für die Werbefläche bietet PDG einen speziellen Aachen-Tarif an: „Das muss bezahlbar bleiben, damit sich auch kleine Veranstalter die Werbung leisten können“, sagt Jörg Polzin.

Eine Klausel im Vertrag regelt, dass rund 80 Prozent der Plakate von klassischen Veranstaltungen stammen müssen. Genau die also, die bisher die Kästen vollkleben. „Die Veranstalter sind auf uns zugekommen und haben diese Möglichkeit schon entdeckt“, sagt Polzin. Der OB erklärt: „Wir hätten natürlich schon bisher das Wildplakatieren unter Strafe stellen können“, damit zerstöre man aber die Veranstaltungskultur.

Es ist geplant, im Rahmen der Straßenverordnung im Juli diesen Schritt zu beschließen. Dann werden auch die Strafen für Verschmutzungen, wie beispielsweise eine weggeworfene Zigarette, angehoben. Alles Maßnahmen für eine gepflegte, saubere Stadt: „Wir bleiben dran“, bekräftigt Marcel Philipp.