Aachen: Eine Kehrtwende in Sachen Sauberkeit?

Aachen: Eine Kehrtwende in Sachen Sauberkeit?

Was die Verbesserung der Sauberkeit in der Stadt angeht, kehrt Marcel Philipp zunächst mal vor der eigenen Türe. „Ich glaube”, sagt der Oberbürgermeister, „dass wir in der Innenstadt zu wenige Mülleimer haben.”

Hier gelte es in absehbarer Zeit, die „Kehrtwende” zu schaffen, derzeit liefen verwaltungsintern Gespräche, wo weitere Eimer hin müssen und welche Modelle geeignet wären.

Aber die Sauberkeit der Stadt ist laut Philipp eine Aufgabe, für die nicht allein die Verwaltung zuständig ist. „Die Frage ist ja auch: Wer hat das Papierchen dahingeworfen?”, sagt der Oberbürgermeister und appelliert an die Verantwortung der Bürger für das Erscheinungsbild der Stadt.

Er verbindet das mit dem Aufruf, sich zu beteiligen, wenn es am Samstag, 2. April, darum geht, Aachen groß herauszuputzen. Ein Aktionstag in Sachen Sauberkeit ist geplant, die Bürger sollen ausgestattet mit Handschuhen und Plastiksäcken dem Problem wilder Müll höchstselbst zu Leibe rücken.

Dabei sollen die freiwilligen Saubermänner und -frauen Pfade abseits der routinemäßigen Reinigungsrouten beschreiten. „Es geht nicht um die klassischen Wege des Straßenkehrers, sondern eher um die Ecken und Nischen, gibt Philipp die Richtung vor. Eingeschlagen wird sie bereits vor dem Großreinemachetag. Bei der Stadt würde es gerne gesehen, wenn Kindergärten und Schulen in der gesamte Woche ab dem 28. März eine Art pädagogisches Programm zu den Themen Müll und Umwelt fahren.

Dass der Frühjahrsputz vor einem verkaufsoffenen Sonntag stattfindet, ist übrigens kein Zufall. Gerade mit Blick auf auswärtige Flaneure sei es finanziell lohnenswert, die Stadt von ihrer besten Seite zu präsentieren. Schließlich sollen sie ja nicht zum letzten Mal in Aachen gewesen sein. „Als Kongress- und Touristenstadt müssen wir eine saubere Visitenkarte abgeben”, nennt Philipp die wirtschaftliche Dimension eines gepflegten Erscheinungsbildes.

Und er nennt einen weiteren Aspekt: Für die Beseitigung wilden Mülls würden jährlich Personal- und Sachkosten in Höhe von etwa einer Million Euro anfallen. Viel zu oft müssten die Mitarbeiter des Stadtbetriebes ganze Couchgarnituren aus Grünanlagen entfernen.

Derzeit laufen in der Verwaltung die Vorbereitungen für den Frühjahrsputz. Es werden Plakate entworfen, die im gesamten Stadtgebiet zum Mitmachen auffordern. Philipp: „Es ist der erste Anlauf, aber der Aktionstag soll ein Ereignis werden, das immer wiederkehrt. Voraussetzung natürlich, dass immer wieder jemand kehrt.

Alle Aachener sind dazu aufgerufen, sich an der Aktion Frühjahrsputz zu beteiligen. Anmeldungen werden unter 0241/432-18666 entgegen genommen. Auch im Internet gibt es ein Anmeldeformular. Die Stadt stellt für die Aktion Abfallsäcke und Handschuhe zur Verfügung. Sie können ab dem 9. März in allen Bezirksämtern, im Bürgerservice am Hauptbahnhof, beim Stadtbetrieb am Madrider Ring, im Verwaltungsgebäude Mozartstraße und im Rathaus abgeholt werden.

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