Aachen: Eine Ehe mit Südafrika mit Ja-Worten bebildert

Aachen: Eine Ehe mit Südafrika mit Ja-Worten bebildert

Seit zehn Jahren gibt es die Agenda21-Partnerschaft zwischen Aachen und Kapstadt. Eine kleine und kurze Ausstellung im Krönungssaal ist dem Geburtstag gewidmet. Rund 20 Vereine pflegen den Austausch hier und dort.

Rund 50 Stipendien und Studienaufenthalte gab es bislang. Elf Diplomarbeiten wurden zum Thema verfasst, zwei Dissertationen geschrieben, bilanzierte OB Marcel Philipp bei der Eröffnung. Aber „viel wichtiger als Statistiken” seien „die Menschen, die in Austausch kommen, die Geschichten, die dahinter stecken”.

Genau davon handelt die Ausstellung. Auf 24 Schautafeln werden einige Gesichter der Partnerschaft vorgestellt: mittels Bildcollagen, kurzen Lebensläufen und persönlichen Statements. Die Aachener Dezernentin Gisela Nacken etwa schreibt über ihre Reiseeindrücke, dass sie es „sehr mochte, zu sehen, mit welchem Enthusiasmus junge Menschen in Kapstadt zur Schule gehen und lernen, um sich Lebensperspektiven zu eröffnen”.

Die Zitate sind in englischer Sprache verfasst. Uta Göbel-Groß, Macherin des Ausstellungsprojekts mit dem Namen „Faces of a Partnership - Gesichter einer Partnerschaft”, erklärte, dass Englisch schließlich die Sprache sei, die „uns alle verbindet”. Die Künstlerin sagte zudem, dass sie „das breite Spektrum an Wahrnehmungen”, die ihre Interviewpartner über den Aachen-Kapstadt-Austausch äußerten, sehr überrascht habe.

Abwechslungsreich kommen auch die Fotografien daher. Die junge Südafrikanerin Ephy Nkunzi porträtierte die Menschen. Seit 2005 gestaltet sie die Partnerschaft aktiv mit, 2006 besuchte sie das Inda-Gymnasium. Viele junge Leute sorgten für ein lebendiges Bild bei der Ausstellungseröffnung. Der gebürtige Kapstädter Bruce Heens, inzwischen Student in Schweden, sorgte mit seiner Gitarre für den musikalischen Rahmen. Sein Landsmann Osman Asmal aus der partnerstädtischen Verwaltung weilt derzeit privat in Aachen. Er brachte Frau und Kind mit und den Anlass des Abends in der kürzesten Rede charmant auf den Punkt: „Let´s celebrate - lasst uns feiern.”

Gesagt, getan: Beim lockeren Plausch endete ein schöner interkultureller Abend, dem unter anderen auch Grace Stead, Kapstädter Agenda21-Koordinatorin der ersten Stunde, und der langjährige und engagierte südafrikanische Partnerschaftsgestalter William Williams beiwohnten. Wie eng die Freundschaft zwischen Aachen und Kapstadt inzwischen geworden ist, versinnbildlichte Josefine Ebel von der InWEnt GmbH (Internationale Weiterbildung und Entwicklung) in ihrer Rede: Es sei sogar eine deutsch-südafrikanische Ehe entstanden, sagte sie.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 1. August, im Krönungssaal des Rathauses zu sehen.

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