Aachen: Eine besondere Form von Führerschein

Aachen: Eine besondere Form von Führerschein

Auch wenn das Pilgerhorn, welches Pfarrer Kurt-Josef Wecker in den Händen hält, nur als Erinnerung an alte Zeiten dient, so wissen die Anwesenden doch, was gemeint ist.

Denn wenn früher in Aachen die Heiligtümer gezeigt wurden, so ertönte ein lauter Klang, der signalisierte, dass die angereisten Pilger nun die Möglichkeit haben, die Heiligtümer zu begutachten. Heute ist dieser Brauch komplett verschwunden. Was aber bleibt, sind die Pilger.

Und damit die vielen Besucher bei der diesjährigen Heiligtumsfahrt vom 20. Bis 29. Juni einen angenehmen Weg oder Anreise haben, werden ihnen sogenannte Pilgerführer zur Seite stehen. Gut 30 Männer und Frauen haben sich in einer Fortbildung über den Grundgedanken des Pilgerns informiert.

„Heiliges wahrnehmen“

Sie haben darüber nachgedacht, wie man Wegstrecken methodische und spirituelle Impulse geben kann und zu guter Letzt den Fußmarsch von einigen Stationen bis zum Dom genauestens erarbeitet.

Von Kornelimünster, Moresnet und Kohlscheid aus begleiten die Pilgerführer eine Gruppe sicher zum Aachener Dom, wo die Heiligtümer besichtigt werden können. Kurt-Josef Wecker möchte vor allem den Aspekt des Pilgerns in den Fokus rücken: „Unser Anliegen ist es, dass der Weg zur Heiligtumsfahrt in den Blick genommen wird.

Man soll sich besinnen, nachdenken und bewusst wandern“, so der Heimbacher Pfarrer. Unter dem Titel „Pilgerführerschein — unterwegs, um Heiliges wahrzunehmen“, haben die Ehrenamtler ihre feierliche Urkunde im Bischof-Hemmerle-Haus an diesem Wochenende ganz offiziell in Empfang genommen. Bisher liegen auch schon einige Anfragen bezüglich einer Begleitung für die jeweiligen Strecken vor.

Von Kornelimünster bis zum Katschhof sind es beispielsweise knapp elf Kilometer Fußmarsch, die über die Benediktinerabtei und die Jakobskapelle führen. Die Pilgerführer holen dabei die Gruppe bei Bedarf auch vom Bahnhof oder Bendplatz ab, um dann gemeinsam als geschlossene Gruppe loszugehen.

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