Aachen: Eindeutig: Mediziner lieben das Telefon

Aachen: Eindeutig: Mediziner lieben das Telefon

Lange Wartezeiten auf Dokumente, stockende Weiterversorgung oder Probleme bei der Einweisung oder Entlassung - so sieht mancher Alltag für Patienten aus, die in einem Krankenhaus versorgt werden müssen.

Meist allerdings kein Kompetenz-, sondern ein Kommunikationsproblem. Hier einmal ganz genau zu verstehen, wie es zwischen Praxisarzt und Krankenhausarzt läuft, hat die Fachhochschule Aachen interessiert.

Professorin Dr. Claudia Mayer, Kommunikationswissenschaftlerin im Studiengang Communication und Multimedia Design, ist der Frage nachgegangen, was geschehen muss, was hier verbessert werden muss, um dem Wohle der Patienten zu dienen. In Zusammenarbeit mit dem Luisenhospital Aachen wurde die Kommunikation zwischen einweisenden Ärzten und den Krankenhäusern aus Sicht der Praxisärzte einmal genauer untersucht.

Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Raum Aachen arbeiten regelmäßig mit den Krankenhäusern in der Region zusammen. Diese Zusammenarbeit verläuft für jeden einzelnen gewiss unterschiedlich erfolgreich. Ist die Kommunikation zwischen den Medizinern gestört, wirkt sich dies auf direktem Wege sowohl auf die Behandlung als auch auf das Wohlergehen der Patienten aus.

Die FH und das Luisenhospital haben aus diesem Grund im Rahmen eines Forschungsprojektes eine Umfrage vorgenommen mit dem Ziel, die Bedürfnisse bezüglich der Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern besser kennenzulernen. Fragestellungen waren: Gibt es Probleme in den Abläufen? Sind die Erwartungen des Kommunikationspartners bekannt? Was kann verbessert werden? Anhand der Auswertung wurde ein Konzept zur Verbesserung der kommunikativen Abläufe entwickelt.

Dieses Forschungsprojekt wurde geleitet von Professorin Dr. Claudia Mayer und zusammen mit Studierenden des verschiedener Jahrgänge des Studienganges Communication and Multimedia Design (C-MD) durchgeführt. Von Seiten des Lusisenhospitals wirkte Chefarzt Dr. Fridtjof Trommer, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie, als Sachverständiger und Schnittstelle an dem Projekt mit.

Die Umfrage wurde an 812 Arztpraxen in der Region Aachen versendet. Das Fragenspektrum beinhaltete Fragen zur Nutzung von Kommunikationsmitteln und -wegen ebenso wie Fragen rund um die Einweisung und Entlassung und die damit verbundene notwendige Kommunikation.

Dabei sind interessante Ergebnisse zutage getreten wie zum Beispiel, dass das Telefon mit Abstand das meistgenutzte Medium der Mediziner ist. „Was nicht per Telefon geht, geht eigentlich gar nicht, könnte man vereinfacht zusammenfassen”, so Prof. Dr. Mayer. Also wurden Konzepte erarbeitet, wie das Medium Telefon am besten für Ärzte in Praxis und Krankenhaus nutzbar gemacht werden kann.

Vorstudien hatten bereits gezeigt, dass besonders die Krankenhausärzte viel Zeit mit dem Beschaffen vollständiger Informationen verbringen - Zeit, die an anderer Stelle, nämlich bei den Patienten, viel sinnvoller genutzt werden könnte. Wichtig ist es gerade in diesem Bereichen, dass die Ärzte in der Praxis und im Krankenhaus ohne großen Aufwand direkt miteinander kommunizieren können. Ist das gewährleistet, kommt das nicht nur der Patientenversorgung zu Gute, sondern sorgt auch für verbesserte Arbeitsabläufe für beide Seiten.

Die Studie der FH Aachen hat sich auch mit Fragen nach der Digitalisierung von befasst. „Digitale Patientenakten werden kommen, das hat eine Reihe von Vorteilen, da man so von allen Seiten rasch auf Informationen zugreifen kann”, so Claudia Mayer. Wichtig sei hier ein Umgang mit Augenmaß. Datenschutz stehe dabei an oberster Stelle. „Uns interessiert als Krankenhaus sehr, was genau die Bedürfnisse der niedergelassenen Kollegen sind. Was können wir tun, um diesen Bedürfnissen besser zu entsprechen. Was können wir tun, um die Zufriedenheit der Patienten und deren einweisenden Ärzte zu verbessern”, erläutert Dr. Fridtjof Trommer die Gründe für die Zusammenarbeit des Luisenhospitals mit der FH Aachen.

Die Umfrageergebnisse und die Konsequenzen und Empfehlungen, die sich daraus ableiten, wurden dem Luisenhospital jetzt präsentiert. Eine gelungene Zusammenarbeit, wie alle Beteiligten finden, zeigt sich doch, dass das Luisenhospital als akademisches Lehrkrankenhaus ein wissenschaftliches Erkenntnisinteresse auch in nicht-medizinischen Bereichen hat: „Denn eine gelungene Kommunikation, sachbezogen und effizient nach innen und nach außen, macht den Unterschied zwischen gut und besser aus”, weiß Claudia Mayer.

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