Ein Zeichen des toleranten Miteinanders

Symbol für Integration und Respekt

Münsterplatz, Synagogenplatz, Moscheeplatz – seit Dienstag gibt es sie alle drei in Aachen. Wie wichtig der Aachener Ditib-Gemeinde an der Yunus-Emre-Moschee sowie den zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung und Religionen der neue Name ist, zeigte der trotz sengender Hitze unermüdliche Tross zu den drei zu enthüllenden Straßenschildern auf dem Vorplatz der im vergangenen Jahr eröffneten Moschee zwischen Stolberger Straße und Elsassstraße.

Symbol für Gemeinsamkeit, Integration, Solidarität, Respekt und Vertrauen – jeder Redner berief sich wie auch schon bei der Eröffnung der Moschee darauf. Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt freute sich über den „griffigen Namen“, den die Moscheegemeinde der Bezirksvertretung vorgeschlagen hatte. „Straßen oder Plätze mit Namen von Personen zu versehen, ist immer heikel“, wusste auch Oberbürgermeister Marcel Philipp aus den politischen Gremien zu berichten. Welcher der vielen Ehrwürdigen sollte man die Ehre zuteil werden lassen?

Dass er zusammen mit Conradt die Stadt vertrat, dazu Polizeipräsident Dirk Weinspach, Dompropst Manfred von Holtum, diverse Lokalpolitiker und -politikerinnen, Vertreter der zweiten großen islamischen Gemeinde, Bilal-Moschee, sowie Vertreter der katholischen Nachbargemeinde St. Josef/Fronleichnam und der evangelischen Kirchengemeinde Aachen zugegen waren, zeugte von der Akzeptanz und Integration der Ditib-Gemeinde in Aachen.

Angesichts der öffentlichen Vorwürfe gegen den Bundesverband der Ditib mindestens wegen zu großer Nähe zur türkischen Regierung ist das längst nicht selbstverständlich und wurde wohl auch deshalb vom Bundesvorstandssekretär Abdurrahman Atasoy als „wunderschöne Angelegenheit“ und „als Zeichen für gemeinsames Agieren“ beschworen. „Wir gehören zusammen und wir halten zusammen gegen Terror, Hass, Diskriminierung und Xenophobie.“

Auch Philipp appellierte: „Die Moschee und der Moscheeplatz gehören zum Herz der Stadt.“ Bischof Helmut Dieser ließ über ein Grußwort seiner persönlichen Referentin ausrichten, dass er froh sei „über den lebendigen Dialog der Religionen in Aachen“. Man ist sich also einig: Der Dreiklang „Münsterplatz, Synagogenplatz, Moscheeplatz“ ist Ausdruck eines harmonischen Miteinanders.

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