Aachen: Ein Turbo für Talente in den Schulen

Aachen: Ein Turbo für Talente in den Schulen

Der Eine kann schön malen, der Nächste besonders schnell rechnen und der Dritte schreibt spannende Geschichten. Es gibt Schülerinnen und Schüler, die in bestimmten Bereichen besondere Talente oder ein außergewöhnlich starkes Interesse zeigen.

Mit dem „Aachener Modell II“ möchten die Sparkasse Aachen, die Vereinigten Unternehmerverbände (VUV), die Bürgerstiftung der Region Aachen sowie das Netzwerk „Zukunft durch Innovation“ (zdi) solche individuellen Begabungen gezielt fördern. Im Rahmen dieses umfassenden Förderprogramms bieten sie für Schülerinnen und Schüler von Gymnasien und Gesamtschulen zahlreiche außerschulische MINT- und Kreativkurse an.

Die Angebote für das aktuelle Schuljahr kommen aus den Bereichen Mathematik, Biologie, Informatik, Kunst und kreatives Schreiben. Durch die erst kürzlich entstandene Zusammenarbeit mit dem zdi-Netzwerk, dem rund 50 Unternehmen, Schulen und Hochschulen der Region angehören, sollen die Kurse noch in der laufenden Phase um die Bereiche Chemie, Medizintechnik, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Automotive erweitert werden.

Aktualität und Praxis

Die Workshops finden alle außerhalb der Schulzeit statt und gehen weit über die schulischen Möglichkeiten hinaus. Ob Trickfilmgestaltung, App-Programmierung, Improvisationstheater oder die Erforschung umweltverträglicher Pflanzenschutzmittel — Anschaulichkeit, Aktualität und Praxis sollen im Vordergrund stehen. Das umfangreiche Kursprogramm wird mit Hilfe von ehrenamtlich tätigen Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern der Aachener Hochschulen sowie in enger Zusammenarbeit mit der Bleiberger Fabrik umgesetzt.

Dass sich die VUV und das vdi-Netzwerk an einem solchen Projekt beteiligen, kommt nicht von ungefähr. Die gemeinsame Intention sei, schon früh technische und naturwissenschaftliche Begabungen zu erkennen und zu fördern, betonen Ralf Bruns, der Geschäftsführer der VUV, und Michael Schmitz, der Koordinator des zdi-Netzwerks. „Wir möchten Berührungsängste abbauen und den Schülern zu Erfolgserlebnissen verhelfen“, so Bruns. „Viele Betriebe klagen gerade in den technischen Branchen über einen Mangel an qualifiziertem Nachwuchs. Dem möchten wir entgegen steuern.“

Sparkassen-Vorstand Dr. Christian Burmester liegen aber auch die Kurse aus dem musischen Bereich besonders am Herzen. „Kreative Fähigkeiten sind ebenfalls für zahlreiche Berufsbilder unerlässlich. Daher halten wir ihre Förderung für genauso wichtig wie die technischen und naturwissenschaftlichen Angebote“, sagt er.

Das Aachener Modell II gibt es bereits seit 2009. Es ist eine Weiterführung der Begabtenförderung in den Grundschulen, die das Aachener Modell I nach wie vor verfolgt. Die Auswahl der zu fördernden Schülerinnen und Schüler muss durch die Schulen erfolgen. Voraussetzungen dafür sind neben einer erkennbar herausragenden Begabung für das jeweilige Themenfeld auch ein großes Interesse sowie eine hohe Motivation.

„Die Auswahlkriterien sind streng, weil wir das Niveau hoch halten wollen“, erklären die Projektkoordinatorinnen Tanja Wansel von der Sparkasse Aachen und Petra Pauli von den VUV. Über 650 Schülerinnen und Schüler haben seit dem Projektstart an den kostenlosen Angeboten teilgenommen und viele weitere sollen folgen.

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