Aachen: Ein Stück Lebensqualität für Schwerstkranke

Aachen: Ein Stück Lebensqualität für Schwerstkranke

Es sind oft die kleinen Dinge, die das Leben schöner machen. Oder in diesem Fall erträglicher. Denn wenn sich Menschen in der letzten Phase ihres Lebens befinden, ist die Grenze zwischen diesen Empfindungen fließend. Wohl kaum jemand weiß das besser als die Verantwortlichen von Haus Hörn, speziell die des dortigen Hospizes.

„Uns kommt es darauf an, dass unsere Gäste — und bei uns werden die Menschen als Gäste gesehen — schöne Dinge erleben. So wie zu Zeiten, als sie noch gesund waren“, betont Inge Nadenau ganz ausdrücklich. Sie ist Leiterin des Hospizes auf der Hörn, das den Slogan „Leben bis zuletzt“ in seinem Namen trägt. Vor diesem Hintergrund ist nachvollziehbar, dass sich Inge Nadenau und ihr Team sehr über eine Spende des Lionsclubs Kaiserpfalz freuen. Mit dieser Spende ist es möglich geworden, aus einem reinen Pflegebad eine kleine Wohlfühl-Oase zu machen. Auf eine Kurzformel gebracht kann man auch sagen: warmes mediterranes Ambiente statt weißer Kacheln.

Ein Stück Normalität

Im vergangenen Jahr war der Lionsclub zu einer Führung in Haus Hörn eingeladen, ein Besuch, der die „Kaiserpfälzer“ offensichtlich schwer beeindruckt hat: „Wir haben das Haus und seine Atmosphäre erlebt und waren sehr begeistert“, begründet Prof. Dr. Thomas Möllhoff die Entscheidung, die Spende zu tätigen. „Wir wollen etwas tun, bei dem man das Leben gut spüren kann“, ergänzt der Präsident des Lionsclubs Kaiserpfalz, Monsignore Heribert August.

Jetzt haben die Gäste des Hauses die Möglichkeit, in ihrer schwierigen Situation Entspannung, Pflege und so etwas wie Sinnerfahrung zu vereinen. „Wellness mit einem Glas Rotwein oder einem friesischen Tee“, nennt die Leiterin dieses alltägliche Erlebnis. Ein Stück sehr schöne Normalität.

Seit 1986 bietet Haus Hörn Menschen in ihrer letzten Lebensphase ein Zuhause, einen Lebensraum — „wo Tod und Sterben zum Leben dazugehören“. Ein Ziel ist dabei, den Menschen ein selbstbestimmtes Leben bis zum Schluss zu ermöglichen. Ein weiteres, die Angehörigen einzubeziehen. Die Menschen, um die man sich in Haus Hörn — dem ersten Hospiz Aachens — kümmert, sind austherapiert, also grundsätzlich ohne Aussicht auf Heilung. Dementsprechend geht es um die Schaffung beziehungsweise um den Erhalt größtmöglicher Lebensqualität. Diesem Ziel widmen sich Pflegekräfte, Ärzte, Sozialarbeiter, Therapeuten und Seelsorger aus einer christlichen Grundhaltung heraus.

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