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Aachen: Ein Selbstmord-Kandidat und die gesättigte Gesellschaft im Theater 99

Aachen : Ein Selbstmord-Kandidat und die gesättigte Gesellschaft im Theater 99

Nach dem großen Erfolg mit Lutz Hübners „Blütenträume“ widmet sich das Spürbar-Theater in diesem Jahr einer aktuellen Textvorlage.

„Die Ermüdeten“ von Bernhard Studlar, veröffentlicht 2015 und beim Mülheimer Dramatikerpreis als „wahre Perle“ gewürdigt, ist im eigentlichen Sinn kein Stück, sondern eine Aneinanderreihung von Dialogen, die eine höchst amüsante, komisch-kritische Bestandsaufnahme eines schütteren Lebensgefühls darstellt: für immer jung, schon steinalt . . .

Über den Dächern der Stadt haben sich die Protagonisten zu einer Sommerparty eingefunden, es wird gebaggert und enttäuscht, geliebt und gehasst, geprahlt und gelogen. Alle leben ihre Leben traumlos, bodenständig, irgendwie funktionstüchtig. Ihre Gespräche umkreisen bekanntes Terrain; man unterhält sich über Biobier, „urban gardening“, Kunst und Nichtrauchen, ohne sich wirklich näherzukommen.

Die Akteure sind in der Mitte ihrer Beziehungen angekommen, in ihrer schönen neuen Biowelt stricken sie an ihren Leben, pflegen trotz der richtigen Investmentfonds linksliberale Positionen und verlieren sich in ihrem Wohlstandsreservat. Verschärft wird die Situation durch einen Lebensmüden, der sich unter die Gäste mischt und ihnen mit unerwarteter Klarheit begegnet.

Die Inszenierung von Barbara Portsteffen steht dabei ganz in der Tradition des „Spürbar-Theaters“ mit seinem Faible für unkonventionelles und skurriles, tiefgründiges und witziges Theater. Mit Studlar wird für Aachen ein neuer Autor entdeckt, der sich anschickt, die Bühnen im deutschsprachigen Raum zu erobern.

Die Premiere findet statt am Freitag, 8. Juni, um 20 Uhr im Theater 99, Gasborn 9-11. Weitere Aufführungen sind dort am 9., 15. und 16. Juni, jeweils 20 Uhr, zu erleben sowie am 10. und 17. Juni, jeweils ab 18 Uhr. Karten gibt es im Theater 99, beim Kundenservice Medienhaus im Elisenbrunnen sowie vorab unter Telefon 27458 oder im Netz: www.spuerbar-theater.de.