Öcher Platt: Ein Meister der Mundart

Öcher Platt : Ein Meister der Mundart

Den Aachenern, die dem Öcher Platt zugetan sind, die Qualitäten und Verdienste Hein Engelhardts „för os Moddersproech“ zu erklären, hieße, die sprichwörtlichen Eulen nach Athen zu tragen. Mehr als 3000 Texte umfasst das literarische Werk Engelhardts. Der Verein Öcher Platt widmete Engelhardt jetzt „Et Morjensschöbbsche“ bei Kommer in Forst.

Hein Schnitzler hatte das Programm zusammengestellt und führte durch die Veranstaltung. Karl Allgaier begrüßte die Anwesenden und brachte dann „Op d’r Honk“ jekomme. Uli Wollgarten folgte mit einer kleinen Laudatio auf Engelhardt und trug dessen „Weä denkt sich jät Schleähts?“vor. Anita Volders ehrte den Dichter ebenfalls und hing sein „Fraue-Süüet“ an. Sibylle Schiffers folgte mit „De Trennong“. Udo Schroll brachte dann den ersten musikalischen Beitrag. Er sang die eigens vertonten „Ene Bleck uus mi Fenster“ und „Et Ondier“. Claire Müller, „os Schatzmeästesche“, und Christel Leuchtenberg widmeten sich dem menschlichen Gebiss. Erstgenannte dem jungen mit „De ieschte Zäng“ und Letztgenannte mit „De nöjj Zäng“. Gertrud Och trug hernach „Damewahl“, in dem Fall ein Schicksalsschlag, und Waltraud Schings „Kopp huech!“ vor. Hedwig Chauvistré wunderte sich, was Hein Engelhardt treffliches von „Bej d’r Damefrisör“ zu berichten wusste.

Begleitet von Manfred Vallet am Akkordeon und Udo Schroll an der Gitarre sangen Luise Kohl und Helmi Weber „D’r Wandertag“ und „Öcher Bronnewasser“. Die Refrain-Enden sang das Auditorium lebhaft mit. Resi Hellemann stellte die Frage „Es dat et Auer?“ Marcel Vergöls sprach „Heämkiehr“, gefolgt von einem Mini-Sketch unter Mitwirkung seiner Tochter, er beendete den Vortrag mit einem Gedicht über Hein Engelhardt aus der Feder des im vergangenen Oktober jäh gestorbenen Vereinspräsidenten Manfred Birmans. Waltraud Schings trug dann „Hein än de Oper“ und Leo Bardenheuer „Ene Jong uus et Ponkveddel“ vor. Uli Wollgarten sang mit eigener Gitarrenbegleitung „De Worm-Forelle“.

Als jungendliche Lichtblicke für das Öcher Platt sind Kiana Reiter und Moritz Meyer zu erwähnen, die begeisternd „Ooelefant än Muus“ sowie „Festäng een Oche“ darbrachten. Dann sang Udo Schroll zu seinem Gitarrenspiel „D’r Fernseher“, den er selbst vertont hat. Claire Müller las dann ganz kurz aus der „Häschen-Schule“ vor, einem Kinderbuch-Klassiker, den Hein Engelhardt ins Öcher Platt übertragen hat, um auf verfügbaren Restbestand aufmerksam zu machen. Markus Krings setzte mit Hein Engelhardts „Eäzezupp“ den Schlusspunkt.

(red)
Mehr von Aachener Zeitung