Aachen: Ein kabarettistischer Blick in die Aachener Seele

Aachen: Ein kabarettistischer Blick in die Aachener Seele

Wenn die Besucher nach dreistündigem feinsten Öcher Kabarett aufspringen, mit den Füßen trampeln, wenn „Manni der Huusmeäster“ Tränen in den Augen stehen hat, dann muss es schön gewesen sein. „So etwas hab’ ich noch nicht erlebt. Einmalig, und vor ausverkauftem Haus“, schwärmte Manni Savelsberg lange. „Womit kommst Du mich denn?“ Schon der Titel, den sich die Öcher Nölde für ihr 17. Programm auserwählt hatten, war eine Steilvorlage für bunte Themenvielfalt.

Die Motto-Frage, in „echtem Regiolekt“ gefasst, zog sich wie ein roter Faden durch das kabarettistische Geschehen auf der Bühne der Aula des Einhard-Gymnasiums.

Ein Bonmot jagte das andere. Ob Spitzen-Conférencier Jan Savelsberg, Angelika Kutsch, „Nölde“-Boss Manfred Savelsberg oder das restliche Ensemble — ihre „Nadelstiche“ trafen genau den Geschmack der Besucher. Angefangen mit der Jugendsprache, in der ein DJ heute Plattenpräsident ist und ein Friseur zum Kopfgärtner wird. Die Pleitgen-Kritik am Karlspreis kam zur Sprache, der Limburger Bischof und nicht zuletzt die Alemannia. Deren Spieler trauten sich nicht mehr in ein Kaufhaus, denn an der Kasse komme stets die gleiche Frage „Sammeln Sie Punkte?“

„Womit kommst Du mich denn?“ sangen Eva Arns, Jan Savelsberg, Angelika (et Jeli) Kutsch und Harald Brammertz. Im „Dreierpack“ schlug „Manni der Huusmeäster“ (Manfred Savelsberg) erbarmungslos in seiner ihm eigenen Art zu. Natürlich mit der Abhöraffäre: „Wer mit E-Book zu Bett geht, hat den Buchhändler gleich neben sich liegen.“

„Wundervoll ist Aachen“, das jedenfalls behaupteten Angelika Kutsch, Jan Savelsberg und andere Nölde gesanglich. Eine Werbung für die Kaiserstadt. Als „Partyqueen“ brillierte Kutsch, erwies sich als Verkaufstalent von besonderem Format. Wer heute noch Dauerkarten für die Alemannia zum Sonderpreis verkloppt, der „kann schon was.“

Mit einem Abgesang auf die FDP erntete Jans Savelsberg viel Beifall. „Wein nicht um mich“ erklang es in der Parteizentrale. Um „Großprojekte“ kümmerten sich Brammertz, Kutsch, Ulla Liermann und Christian Menten. Entscheidend die Frage „Eine kleine Eisenbahn für Touristen mit Fahrten durch die Altstadt, oder das Geld gleich zum Fenster raus werfen.“ Jan Savelsberg strickte aus zugerufenen Namen und Begriffen der Zuschauer im Nu ein neues „ZDF-Traumhotel“. Andere Länder, aber immer die gleiche Story — wie beim ZDF.

Jan und Manfred Savelsberg stimmten zum Schluss gemeinsam ein Loblied auf das Pils an: „Ein Pils, das meinen Namen trägt“, oder „Ein Pils wird kommen.“ Was für ein Finale dann auf der Bühne mit der Combo Jazzlite, perfekte Musiker, tolle Solisten. Die „Textfabrik“ Savelsberg, allen voran Marlene und natürlich Manni und Jan, hatte ganze Arbeit geleistet.

Die Motto-Frage „Womit kommst Du mich denn?“ war kabarettistisch klar und deutlich beantwortet: Typisch Nölde! Typisch „Vür steiche bes et wieh deät!“ Aufführung verpasst?

Ausverkauf: Die Aufführungen sind mittlerweile ausverkauft.

(gegenüber der Nikolauskirche)
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