Aachen: Ein „hochaktiver Geist” geht ab: Schulleiter Adolf Bartz

Aachen: Ein „hochaktiver Geist” geht ab: Schulleiter Adolf Bartz

Der Ausstieg aus dem Berufsleben fällt Adolf Bartz nicht leicht. Spürbar wurde das bei seiner Verabschiedung als Schulleiter des Couven-Gymnasiums. Als der 64-Jährige seinen Wegbegleitern - insbesondere seiner Gattin - dankte, musste er innehalten.

„Alle Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, machen mir den Abschied schwer”, erklärte Bartz mit brüchiger Stimme. Seit 2007 ist der Theologe Leiter des Couven-Gymnasiums, am 31\. Juli geht er nun offiziell in den Ruhestand. Sein Nachfolger: Günther Sonnen, der schon von 2000 bis 2002 als Lehrer an der Schule tätig war.

Bartz´ Abschiedsfeier wurde anders gestaltet als üblich. Das hatte sich der Pädagoge so gewünscht. Statt langer Reden dominierten musikalische Beiträge und Podiumsgespräche die Feierstunde. Interessanteste Frage des stellvertretenden Schulleiters Wolfgang Gurzan an Lehrer-, Eltern-, und Schülervertreter auf dem Podium: Welche persönlichen Erlebnisse hattet ihr mit Adolf Bartz?

Lehrer Lars Großmann plauderte aus dem Nähkästchen: „Als er meine Unterrichtsstunde bewerten sollte, hat das Gespräch darüber ganze drei Stunden gedauert.” Denn Bartz nannte erst am Schluss die Note. Offen sprach er zunächst über Hindernisse, die ein Schulleiter zu bewältigen hat. Das brachte den überaus sympathischen Rektor „auf eine Ebene” mit den Kollegen - obwohl er eigentlich eine Stufe über ihnen stand.

„Adolf Bartz ist ein hochaktiver Geist, der unerschrocken seinen Weg geht”, bemerkte Margarete Radermacher, Dezernentin für die Aachener Gymnasien bei der Bezirksregierung Köln. Mehrere Stationen prägten diesen Weg: Von 1974 bis 1987 war Bartz Lehrer am Gymnasium Hückelhoven, 1978 bis 1987 Fachleiter der Lehrerausbildung. Dann übernahm er für 13 Jahre die Leitung der Gesamtschule Langerwehe.

Vor seiner letzten Station - dem Couven-Gymnasium - wurde der von seinen Schülern als „streng” bezeichnete Pauker Kopf des Referats Schulleitungsqualifizierung im Landesinstitut für Schule in Soest. „Eine besondere Herausforderung in den dreieinhalb Jahren am Couven war der Umgang mit den Ängsten der Schüler und Eltern bei der Amoklaufdrohung”, blickte Bartz nachdenklich zurück.

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