1. Lokales
  2. Aachen

Hubert Crott ist am Dienstag gestorben: Ein großer Öcher mit Herz und Humor

Hubert Crott ist am Dienstag gestorben : Ein großer Öcher mit Herz und Humor

Wie viel Aachen kann eine einzelne Person in sich vereinen? Hubert Crott war die personifizierte Antwort darauf: fast unendlich viel. Er war Komödiant, Platt-Meister, Thouet-Preisträger, Schängche, Tropi-General und vor allem ein unglaublich liebenswürdiger Mensch. Am Dienstag ist er im Alter von 73 gestorben.

Ein Satz über Hubert Crott zeichnet ein sehr weitgehendes Charakterbild. Es stammt von Hans-Josef Thouet, gesprochen bei der Verleihung des Mundartpreises an Hubert Crott im Jahr 1996: „Er ist so in die Herzen der Menschen eingebunden, dass die Sprache zum liebenswürdigen Werkzeug wird.“ Menschen-Sprache-Herz – das war eine Trilogie, die die Klammer der 73 Lebensjahre ausmachte. Natürlich – wie sich das für eine Öcher Type gehört – wurde er im Marianneninstitut geboren. Aufgewachsen ist er im Ostviertel, dessen Sohn er ein Leben lang blieb. Volksschule, Abitur am Kaiser-Karls-Gymnasium, Studium mit Examen an der Pädagogischen Hochschule, verschiedene Verwaltungstätigkeiten zeichneten seinen geradlinigen Weg hin zum Beruf. Ein Weg, der sich stets an Wurzeln orientierte und zu seiner eigentlichen Berufung führt: den Menschen Freude bereiten.

Immer gute Laune

Das war es, was Hubert Crott ausmachte und was die Menschen vermutlich sehr lange mit ihm verbinden werden. Wo der Mann auftauchte, herrschte gute Laune, Lachen wurde zum Mittel der Kommunikation. Dieser Anspruch lässt sich an vielen Parametern festmachen. Vor allem am Trio Josef, Jupp und Jüppchen. Gemeinsam mit Ägid Lennartz und Albert Gehlen begeisterte Crott in nahezu 2000 Auftritten das Publikum in den Sälen Aachens genauso wie vor den bundesdeutschen Bildschirmen.

Denn die ungleichen Drei mit ihren kongenialen „Trialogen“ waren oft Bestandteil der Preisverleihung des Ordens Wider den tierischen Ernst. Mit Herz und Seele, aber niemals unkritisch. 2015 verzichteten sie beispielsweise auf einen Auftritt, weil sie mit den zu erwartenden Kürzungen nicht einverstanden waren. Ein Beweis für Selbstbewusstsein und Bodenständigkeit. Man wollte sich um den Preis der Popularität nicht verbiegen. „Ich bin eigentlich ein sehr ernsthafter, nachdenklicher Mensch“, bekannte „Jüppchen“ Hubert Crott.

Eng am Ostviertel

<aside class="park-embed-html"> <iframe width="459" height="344" src="https://www.youtube.com/embed/JQZQ-Na-NNA?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe> </aside>
Dieses Element enthält Daten von YouTube. Sie können die Einbettung solcher Inhalte auf unserer Datenschutzseite blockieren

Vielleicht entstammt diese Selbsteinschätzung der engen Verbundenheit mit dem Ostviertel und der damaligen Pfarre St. Josef und dem Selbstanspruch, „anderen Menschen Freude zu bereiten“. Der Pfarrkarneval und die Tropigarde von St. Josef wurden zu Weichenstellungen. Von 1970 bis 1992 war Crott General der Tropis. Als er 2018 zum Ehrengeneral ernannt wurde, war dies nicht nur Anerkennung seines Engagements, sondern auch Bestätigung eines jahrzehntelangen Herzensanliegens.

Es gäbe noch so viel zu erzählen über Hubert Crott, über seine Zeit an der Puppenbühne, als er dem Schängche seine sonore Stimme lieh. Und über seine vielen Sketche, wie das legendäre „Verkaufsgespräch“, das zu hören die Öcher nicht müde wurden.

Der richtige Zeitpunkt

Den letzten Auftritt hatten Josef, Jupp und Jüppchen beim Festival der Öcher Lieder im Eurogress 2018. Hubert Crott war damals schon länger von Krankheit gezeichnet. „Es war der richtige Zeitpunkt für den Abschied von der Bühne“, erinnerte sich Ägid Lennartz am Dienstagmittag.

Der langjährige Begleiter sagte auch: „Hubert hat sich seine Beschwerden nie anmerken lassen.“ Auch das war typisch. Es ist natürlich Zufall, aber eine Beobachtung von Ägid Lennartz soll an dieser Stelle Platz finden: „Hubert wurde an einem 8.8. geboren und ist an einem 3.3. gestorben. In der Addition ergibt das den 11.11.. Das passt zu Hubert ...“

(hpl)