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Aachen: Ein explodierendes „Halleluja” zum Dank

Aachen : Ein explodierendes „Halleluja” zum Dank

Da kommt Vieles zusammen: die wunderbare Kuppelkirche St. Johann-Baptist der ehemaligen Abtei mit einer schönen Akustik; eine gewaltige Hörergemeinde; ein Pfarrer Dr. Volker Spülbeck, der diese Gemeinde einstimmt auf die Begegnung mit Händels Bekenntniswerk „Messias”.

Zudem eine Chorgemeinschaft, die seit Hubert Kremers gewachsen ist und Bestand und Weiterentwicklung erfahren hat; ein ad-hoc-Orchester, das Herbert Hönes Vivaldi-Ensemble ablöst und um Walter Brouwers Cembalo ein neues Zentrum findet; ein Solistenquartett, in dem sich jeder freut, wenn der andere auch gut singt; ja, und dann ein Chormeister, der das alles zusammenhält: Günter Becker, ein Musiker und Animator von hohen Graden, der mit Aufmerksamkeit und klarer Gestik die Aufführung steuert.

Und wenn dann ein so populäres Oratorium wie Georg Friedrich Händels „Messias” auf dem Programm steht, dann wird aus all dem ein Abend von beglückender Fülle und Schönheit.

Der Chor war das Prachtstück des Abends. Bestens besetzt, mit leuchtendem Schwerpunkt im Sopran, war der Chor entscheidender Träger der Aufführung, schlagkräftig und doch elastisch, ohne Schärfen und Ermüdung, selbst engagiert und überzeugt von dem, was da gesungen wurde.

Die Einsätze kamen präzise, die Koloraturen waren sauber, die Dynamik stimmte. Die Solisten wurden ihren Aufgaben nicht nur stimmlich sondern auch geistig gerecht: Der wunderschöne, mädchenhaft timbrierte Sopran von Maria Regina Heyne, deren Engel auf dem Hirtenfeld die Herzen ganz besonders rührte; der klangvolle Alt der Silke Schimkat, die nicht nur in dem Leidensteil des Oratoriums sehr bewegend sang; der robuste Bass des altbewährten Josef Otten, der sein „Vernehmt, ich künd ein Geheimnis an” überraschend lyrisch vortrug und anschließend im Wettstreit mit dem ausgezeichneten Solotrompeter „die Posaun„ erschallen” ließ.

Ganz überraschend war der baritonal gefärbte Tenor von Lee Kwon-Shik, der schon zu Eingang des Werkes sehr wortverständlich, tonschön und mit großer Eindringlichkeit das Kommen des Herrn ankündigte - dies alles nur Beispiele aus einer großen, lobenswerten Gesamtleistung.

Nach dem Schlusschor und der großen Amen-Fuge entluden sich Spannung und Dankbarkeit des Publikum in jubelndem Applaus, für den sich alle Mitwirkenden dann mit einer geradezu befreit explodierenden Wiederholung des „Halleluja” bedankten. Ein großer Abend, der auch für die Zukunft der Kirchenmusik in der neuen Großpfarrei „Abt Gregor von Burtscheid” viel versprach.