Heerlen/Aachen: Ein erfreulicher Grenzfall: Arion setzt neue Impulse in Avantis

Heerlen/Aachen: Ein erfreulicher Grenzfall: Arion setzt neue Impulse in Avantis

Nach dem anfänglich verkorksten Start kommen positive Nachrichten aus dem Gewerbegebiet Avantis. Mit einigen Monaten Verzögerung konnte der erste Spatenstich für den neuen Standort des Limburger Familienunternehmens Arion angesetzt werden.

Direkt auf der Grenze wird nun für rund acht Millionen Euro ein neuer Gebäudekomplex zur Produktion von Gesundheitsprodukten entstehen.

„Auf der Grenze zu bauen klingt gut und wird auch gut werden. Aber es war ein holpriger Weg bis hierhin“, sagte der Geschäftsführer von Arion, Erik Joosten. Er spielte damit auf die bürokratischen Hürden an, die den Baubeginn immer wieder verzögert hätten.

Schließlich hat es aber dann doch geklappt und der Neubau wird künftig zu zwei Dritteln auf niederländischer Seite stehen und zu einem Drittel auf deutschem Boden. „Wir wollen damit auch spielerisch umgehen und überlegen uns noch etwas, wie man die Grenze im Gebäude zur Geltung bringen kann“, so Joosten.

Seit 22 Jahren gibt es sein Unternehmen schon, das er damals selbst gegründet hat. Für seine Ideen wurde er anfangs belächelt, aber das stetige Wachstum seiner Firma gab ihm letztlich Recht. Heute zählt Arion mit Produkten wie Anziehhilfen für Prothesen und Waschtüchern für die Körperpflege zu den innovativsten Entwicklern in der Gesundheitsbranche. Joosten lässt auch etwa in Tunesien produzieren und derzeit arbeitet man bei Arion an einem neuen Standort in Ghana.

Dieter Begaß, Fachbereichsleiter für Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen, begrüßt diese internationale Strategie des Unternehmens. „Wir sind froh, dass dieses Unternehmen jetzt hier ansiedelt, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, mit deutschen Behörden zusammenzuarbeiten“, sagte er.

Für grenzüberschreitende Zusammenarbeit und das Zusammenwachsen Europas ist das neue Gebäude jedenfalls ein schönes Symbol. Dennoch sieht Joosten noch viel Verbesserungspotenzial, um solche Vorgänge in Zukunft einfacher zu gestalten: „Als Privatpersonen spielen die Grenzen für uns keine Rolle mehr.

Aber dann ziehen wir unsere Anzüge an und der Niederländer schaut nach Amsterdam und der Deutsche nach Berlin.“ Bis auch dieser Boden geebnet sei, dürfte es jedoch noch ein wenig dauern. Nichtsdestotrotz, so Joosten, soll dieser Platz auf der Grenze einer werden, an dem deutsche Gründlichkeit und niederländische Ideenvielfalt zusammenkommen.