Ein Kolumbarium für St. Gregorius: Ein besonderer Platz für die letzte Ruhe

Ein Kolumbarium für St. Gregorius : Ein besonderer Platz für die letzte Ruhe

Oben Gottesdienst, unten Großbaustelle. Die Umbauarbeiten – eine Etage unterhalb der Altarmusik und Eucharistie – fielen während der Sonntagsmesse in St. Gregorius kaum auf.

Die Burtscheider Kirche am Jahnplatz erhält in ihrer Krypta nämlich ein Kolumbarium – ein Ort zur Urnenbestattung. Im Rahmen des Gregoriusfestes wurde am Sonntag offiziell der Grundstein gelegt.

Wer aufmerksam den Gottesdienst verfolgte, der konnte dennoch eine Besonderheit feststellen: Zusätzlich zu Kreuz, Bibel und Weihrauch trugen die Pastoren und Messdiener einen Metallzylinder zum Altar. Das Gefäß sei eine Zeitkapsel, die unter dem Grundstein vergraben wird, erklärte Pfarrer Frank Hendriks von der Gemeinde St. Gregor. Aufgrund der Baumaßnahmen musste der Grundstein rausgehoben und neugelegt werden.

Eine Tageszeitung, Pläne des Kolumbariums und ein paar Euromünzen: Der Metallzylinder war mit alltäglichen Dingen der heutigen Zeit gefüllt worden, bevor Architektin Eva von der Stein ihn in den Untergrund niederließ. „Die Kapsel ist versenkt“, sagte Hendriks und blickte kurz in die auf den Grundstein gerichtete Kamera. Für die Kirchenbesucher wurde die Grundsteinlegung nämlich per Live-Video auf eine Leinwand übertragen. „Segne diesen Grundstein“, sprach der Pfarrer.

St. Gregorius wird neben der Josefskirche im Ostviertel und der Brander Erlöserkirche die dritte Grabeskirche in Aachen. Und die Nachfrage nach den 780 Urnenplätzen ist groß: Rund 50 Anfragen seien bereits eingegangen – obwohl die dortige Urnenbestattung noch gar nicht gebucht werden kann. Interessenten müssen daher vorerst mit einem Platz auf einer Warteliste vorliebnehmen.

Anfang kommenden Jahres sollen die ersten Gestorbenen in der Krypta von St. Gregorius beigesetzt werden. Bislang liege man gut in der Zeit, erläuterte Hendriks. „Auf dem Bauvorhaben scheint ein guter Segen zu liegen.“ Rund 1,5 Millionen Euro kostet der Umbau, der allerdings nicht nur das entstehende Kolumbarium, sondern auch die Sanierung der Kirche sowie die Umgestaltung des Kirchenplatzes umfasst.

So belebt es am Sonntag wegen des Gregoriusfestes rund um die katholische Kirche war, so ruhig wird es dort demnächst bleiben. Wegen der Sanierungsarbeiten bleibt St. Gregorius nämlich für vier Wochen geschlossen; der Gottesdienst wird in die Kapelle des Pius-Gymnasiums verlegt.

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