Aachen: Ein „besonderer Glücksfall“ für Aachen

Aachen : Ein „besonderer Glücksfall“ für Aachen

Der Beruf des „Unternehmers“ ist in hiesigen Gefilden nicht immer positiv besetzt. „Vielfach wird erfolgreichen Unternehmern nachgesagt, sie seien skrupellos, profitgierig und allein auf ihren eigenen Vorteil bedacht“, so Professor Dr. Ulrich Daldrup, Vorsitzender des Business-Clubs Aachen-Maastricht.

Aus diesem Grund habe es sich der Club zur Aufgabe gemacht, Unternehmer auszuzeichnen, die nicht nur erfolgreich sind, sondern sich darüberhinaus auch noch für die Belange der Gesellschaft engagieren. Dass der diesjährige Preisträger Klaus Peters diese Bedingungen voll und ganz erfüllt, war auch bei der Laudatio herauszuhören, die OB Marcel Philipp auf ihn hielt.

Er kennt den Preisträger bereits von Kindesbeinen an. „Ich habe Klaus Peters immer als Vorbild wahrgenommen; er ist ein Mensch über den uneingeschränkt positiv gesprochen wurde“, so Philipp bei der Laudatio im Quellenhof. Klaus Peters hat aus dem väterlichen Unternehmen einen mittelständischen Weltkonzern (Neumann & Esser Group) gemacht, der inzwischen 890 Mitarbeiter beschäftigt und 19 Niederlassungen in neun Ländern hat. Im Bereich der Herstellung von Mahlwerken und Kompressoren gehört er zu den Weltmarktführern.

Was Peters aber zu einem „besonderen Gücksfall“ für Aachen macht, ist sein großes Engagement für die Stadt, der er sich bis heute verpflichtet fühlt. Der evangelische Krankenhausverein Luisenhospital, die AOK oder die IHK sind Einrichtungen, in denen sich Klaus Peters schon seit vielen Jahren engagiert.

Zudem beschloss seine Familie im Jahr 2005, eine Stiftung zu gründen, die sich der Industrieregion Aachen, deren Geschichte, Kultur, Wissenschaft und Forschung als Förderin widmet. Am Firmenstandort in Brasilien unterstützt das Unternehmen, das inzwischen von Peters‘ Kindern übernommen wurde, Projekte der „Hilfe zur Selbsthilfe“, damit die „Ärmsten der Armen“ ihr Leben wieder selbstbestimmt leben können.

Genügend Gründe also, warum Klaus Peters den diesjährigen Unternehmerpreis mehr als verdient hat. Im siebten Jahr der Preisverleihung ist es bereits das dritte Mal, dass der Preisträger aus Aachen stammt. Zuvor erhielten bereits Christiane Underberg, Professor Dr. Heinz Horst Deichmann, Heinrich von Nathusius, Professor Dr. Reinhold Würth, Helmut Falter und Heinz-Gregor Johnen den mit 5000 Euro dotierten Preis. Peters spendete den Preis sowohl an die Aachener Engel, als auch an den evangelischen Frauenverein.

Im Anschluss an die Preisverleihung fand eine Podiumsdiskussion statt, bei der Peters dem Vorsitzenden des Kuratoriums des Businessclubs, Dr. Walter Maassen, Rede und Antwort stand. Auf die Frage danach, was er den 60 anwesenden Studierenden von RWTH und TH mit auf den Weg geben könne, antwortete er „Reisen, reisen, reisen: Es ist wichtig, andere Kulturen kennen und verstehen zu lernen.

Zudem sollte man die vielfältigen Mittel, die einem kostenlos zur Verfügung gestellt werden, nutzen.“ Seinen eigenen Erfolg führte er jedoch auf „Glücksfälle, Sparsamkeit sowie auf loyale und aufopferungsvolle Mitarbeiter“ zurück. Bleibt zu hoffen, dass sich auch in Zukunft zahlreiche Unternehmer finden, die die Negativ-Behaftung des Unternehmer-Berufes auf ebenso bescheidene Weise widerlegen wie es der diesjährige Preisträger getan hat.

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