Aachen: Ehrenring für Ex-Alemannia-Präsident Leopold Chalupa

Aachen : Ehrenring für Ex-Alemannia-Präsident Leopold Chalupa

Leopold Chalupa gehört zu den Menschen, die auch in schweren Zeiten immer gern Verantwortung übernommen und dabei gleichzeitig nie ihren Humor verloren haben. Ob als Vier-Sterne-General und ehemaliger Oberbefehlshaber der Nato-Streitkräfte in Mitteleuropa oder auch als Präsident von Alemannia Aachen in den Jahren 1990 bis 1992.

Der 90-jährige Chalupa zeichnete sich stets durch hervorragende Führungsqualitäten aus — und ist auch im hohen Alter für einen guten Witz stets zu haben.

Ausgezeichnet wurde er für sein Engagement bereits von verschiedensten Stellen; sowohl das große Bundesverdienstkreuz mit Stern als auch die Ehrenbürger-Auszeichnung des Kulturvereins Aachen-Prag gehören zu einer Sammlung, die am vergangenen Samstag nochmals größer wurde. Im Weißen Saal des Rathauses erhielt Chalupa durch den amtierenden Alemannen-Präsidenten Martin Fröhlich den Alemannia-Ehrenring — eine Würdigung, die bislang nur vier Persönlichkeiten vor ihm zuteil wurde.

„Dieses Mal hat es mich selbst erwischt“, reagierte der Geehrte in gewohnt jovialer Ironie leicht überrascht und widmete seinem vor knapp fünf Jahren verstorbenen Freund und vorangegangenen Ehrenring-Träger Leo Führen einige Worte, die an gemeinsame Stadionbesuche erinnerten.

Von Kindesbeinen an dabei

Dann reichte Führens Tochter Elke Führen-Dyck feierlich das Symbol für besondere Verdienste um den Verein weiter. Außerdem beglückwünschte Chalupa mit Fröhlich etliche andere TSV-Anhänger, die für ihre langjährige Vereinsmitgliedschaft mit Urkunden und Ehrennadeln ausgezeichnet wurden. Für 25, 40, 50, 60 und sogar 65 Jahre Vereinsmitgliedschaft durften sich knapp 60 Alemannen-Anhänger über Dankbarkeitsbekundungen freuen. „Übertrumpft“ wurden sie dabei lediglich von zweien, die bereits als Kinder dem Verein beitraten: Edgar Cremer und Josef Schmitz ehrte der Verein für 75 beziehungsweise 80 Jahre Mitgliedschaft.

„Jeder von Ihnen hat besondere Momente am alten und am neuen Tivoli erlebt. Diese Ehrennadeln sind ein Zeichen von Dankbarkeit für die langjährige Treue“, würdigte Alemannia-Präsident Fröhlich den fast familiären Zusammenhalt, für den der Verein lange stand und auch in Zukunft gerne wieder stehen würde. „Irgendwann schlagen wir auch die Bayern wieder“, wurde die ebenfalls anwesende Bürgermeisterin Hilde Scheidt beim Schwelgen in Erinnerungen gleich ganz euphorisch.

Mit einem Schmunzeln trat sie dann aber doch lieber etwas auf die Bremse und übte sich in kleineren Zielen: „Ein Kantersieg kommende Woche gegen Viktoria Köln würde mir da erst einmal reichen.“

Der neue Träger des Ehrenringes hätte wohl gegen beide Szenarien nichts einzuwenden. Prompt führte der 90-Jährige Chalupa im feinen Anzug mit Vereinskrawatte nach der Ehrung nochmals seine Fitness vor und sprang einen halben Meter in die Höhe: „Hipp, hipp, hurra! Ich wünsche mir drei Punkte für die Alemannia!“ Sprach‘s — und siehe da: Nach dem Spiel gegen Wiedenbrück am Wochenende hatte Chalupa auch damit einmal mehr ins Schwarze getroffen.

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