Aachen: Ehrenamtlich Gräber auf dem Waldfriedhof gesäubert

Aachen: Ehrenamtlich Gräber auf dem Waldfriedhof gesäubert

In ihren Tarnanzügen sind die fleißigen Männer der Reservistenkameradschaft TSH/FSHT (Technische Schule des Heeres und Fachschule des Heeres für Technik) Aachen auf dem Aachener Waldfriedhof zwischen Hecken und Büschen nur schwer auszumachen.

Das gilt jedoch nicht für das Ergebnis ihres muskelstarken Einsatzes, das sich sehen lassen kann: Mit Hochdruckreinigern, Harken, Schaufeln und Besen ging es im Oktober vergangenen Jahres an die Arbeit, um mit durch die Freiwillige Feuerwehr Aachen-Sief bereitgestelltem Wasser Grabplatten und Kreuze mit Hochdruckreinigern zu säubern, mit Kantenschneidern die Grabplatten zu säubern und Laub zusammenzufegen. So wurden 261 Grabsteine, von denen 63 äußerst stark verschmutzt waren, gereinigt und 74 Gehwegplatten freigelegt. Auch das Ehrenmal der Berufsfeuerwehr Aachen erstrahlte wieder.

Ehrenamtlich im Einsatz für Frieden und Versöhnung: Reservisten aus der Region kümmern sich mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr Sief um die Pflege der Kriegsgräber auf dem Waldfriedhof. OB Marcel Philipp (kleines Bild Mitte) überreichte den Vertretern der Reservistenkameradschaft die Urkunde zur Patenschaft für die Kriegsgräber. Unser Bild zeigt ihn mit Ingo Blaszczyk vom Ausbildungszentrum für Landsysteme und Fachschule des Heeres für Technik, Helmut Rossbach, Vorsitzender der Reservistenkameradschaft Aachen, Martin Gadow, Bezirksgeschäftsführer des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und Dirk Holtsträter, Reservistenbeauftragter in NRW (v.l.). Foto: Michael Jaspers/Stadt Aachen

Oberbürgermeister Marcel Philipp würdigte jetzt das Engagement der Reservistenkameradschaft und übertrug ihr die Patenschaft über die Kriegsgräber auf dem Waldfriedhof. „Neben vielen anderen Aktivitäten unterstützen Sie die Stadt bei der Pflege und Instandsetzung der Kriegsgräber, kümmern sich um das würdige Aussehen der Anlagen und erhalten so die Kriegsgräberstätten als Mahnmale. Mit dieser Patenschaft wird ein Zeichen gegen das Vergessen gesetzt. Ein wichtiger Beitrag für eine zeitgemäße Erinnerungs- und Gedenkkultur“, sagte der OB.

Die TSH/FSHT feierte im vergangenen Jahr ihren 15. Geburtstag und zählt inzwischen 74 Mitglieder. Helmut Rossbach, Stabsfeldwebel der Reserve und Vorsitzender der Kameradschaft, nahm stellvertretend für seinen Verein die Patenschaftsurkunde in Empfang und ist sich mit Dirk Holtsträter, dem Reservistenbeauftragten des Landes NRW im Volksbund Deutscher Kriegsgräberpflege, einig: „Wir wissen, wie wichtig unsere Aktivitäten für eine zeitgemäße Erinnerungskultur sind. Wir bieten Führungen an, beteiligen uns an Gedenkveranstaltungen und jährlichen Märschen in Belgien. Wir engagieren uns außerdem sozial und veranstalten beispielsweise jedes Jahr ein Ostereiersuchen im Kinderheim. Wir orientieren unsere Aktivitäten an der Frage, was wir für unser Land tun können.“

Vor allem zu Belgien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Canada und den USA habe die Initiative über Jahre brüderliche Beziehungen aufgebaut. „Wir sehen es als unsere Aufgabe an, dafür Sorge zu tragen, dass weltweit das Schicksal deutscher und ausländischer Kriegsopfer nicht in Vergessenheit gerät. Wir leisten Dienst am Frieden, denn Erinnerung ist Wachsamkeit für die Zukunft“, sagte Rossbach.

Auch in diesem Jahr werden am 16. September auf dem Ehrenteil des Waldfriedhofes — und damit rechtzeitig für die Kranzniederlegungen zum Volkstrauertag am 19. November — die Kriegsgräber wieder gründlich gepflegt und gesäubert.