Umjubeltes Geburtstagskonzert: Duo Tarantelle bedient sich auch an unbekannteren Werken

Umjubeltes Geburtstagskonzert : Duo Tarantelle bedient sich auch an unbekannteren Werken

Kennen Sie einen armenischen Komponisten? Johanna Schmidt und Lydia Hilgers – seit 20 Jahren als „Duo Tarantelle“ unterwegs – kennen welche und haben sie und andere in westlichen Konzertsälen eher stiefmütterlich behandelte Musikschaffende zwischen Romantik und klassischer Moderne gern im musikalischen Portfolio.

Warum, erschloss sich beim umjubelten Geburtstagskonzert am Freitagabend in der Vaalser Kopermolen. Die beiden Musikerinnen – Johanna Schmidt an Violine und Viola, Lydia Hilgers am Flügel – haben ein Faible für Werke, deren Komponisten hierzulande nicht immer treffsicher ausgesprochen werden: Der Pole Karol Szymanowski gehört dazu, aber auch Aram Chatschaturjan und Alexander Arutjunjan, eben aus Armenien. Wie der hierzulande deutlich bekanntere Claude Debussy gehören sie zum Zeitalter des Impressionismus. Sie zeichnen in ihren Werken Klanggeschichten von kargen Berglandschaften („Chant – Poème“) und mystischen Quellen („La Fontaine d’Arethuse“), denen Schmidt und Hilgers mit viel Einfühlungsvermögen und Ausdruckskraft in der Kopermolen nachspürten.

Doch auch etwas bekanntere Werke wie zwei Ungarische Tänze von Johannes Brahms oder Romantische Stücke op.75 von Antonin Dvorák verfehlten ihre Wirkung nicht. Dass sie sehr viele Stilrichtungen und Stimmungen beherrschen, bewiesen sie mit Astor Piazzollas „Nightclub“ und dem gänzlich anders gestrickten „Tanti Anni Prima“ – einmal kräftiger, ein wenig verruchter Tango Nuevo, dann das in seiner Zartheit fast schon durchscheinende Ave Maria des Argentiniers. Johanna Schmidt steuerte mit „Funkentanz“ zudem eine temperamentvolle Uraufführung bei.

Da beide Musikerinnen technisch hoch versiert sind und sich zudem nahezu blind im Zusammenspiel verstehen, brauchten sie bei ihrem Bühnenjubiläum keinen Anlauf, um das Publikum in der bis auf den letzten verfügbaren Stuhl vollbesetzten ehemaligen evangelischen Kirche in Vaals in den Bann zu ziehen. Es spendete begeisterten Applaus und freut sich schon auf die nächsten 20 Jahre. Zu recht. Weitere Infos unter www.duo-tarantelle.de