Aachen: Drohne über Burtscheid beunruhigt Anwohner

Aachen: Drohne über Burtscheid beunruhigt Anwohner

Als Karl Heusch (Name geändert) am Dienstag seinen wertvollen Oldtimer aus einer Garage in Burtscheid holen wollte, da staunte er nicht schlecht. Keine 20 Meter diagonal von ihm entfernt schwebte ein Flugobjekt. Minutenlang, so berichtet Heusch, „stand“ das Teil da in der Luft. „Ich fühlte mich beobachtet und bedroht“, so der Burtscheider. Mit „beobachtet“ könnte er sogar richtig liegen.

Denn es handelte sich um eine Kamera-Drohne. Rund einen Meter Durchmesser habe das Gerät gehabt, so Heusch. Womit ausgeschlossen sein dürfte, dass es sich hier um ein Spielzeug handelte. Als solche gibt es diese „Multicopter“ — sie bewegen sich mittels mehrerer Rotoren — nämlich auch. Irgendwann sei die Drohne Richtung Rheumaklinik geflogen, einige Zeit später jedoch noch einmal zurückgekommen. Heusch fragte sich unvermittelt, ob da jemand seinen Oldtimer zwecks späteren Diebstahls ausspähen wollte.

Er war nicht der einzige, den das Gerät beunruhigte. Auf der Polizeistelle gingen noch andere Anrufe ein, die Meldung über die verdächtige Beobachtung machten. Ausfindig machen konnte die Polizei den Multicopter wie auch seinen „Piloten“ — die Geräte werden ferngesteuert — nicht. Die Behörde tippte zunächst darauf, dass es sich um ein „Unbemanntes Luftfahrtsystem“ — so nennen sich diese Drohnen im Amtsdeutsch — von Frank Lintgen handelte. Er ist mit der Firma „Picturepilot“ aus Würselen mit solchen Systemen professionell unterwegs und hat dazu die offizielle Erlaubnis der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf. „Ich war es jedoch nicht“, sagte Lintgen am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung. Und er ärgert sich über den offenbar vorliegenden Missbrauch eines solchen Geräts.

Menschen willkürlich beobachten oder gar filmen, in Häuser spähen oder Ähnliches dürfe es nicht geben. So etwas bringe Menschen wie ihn in Verruf und verstößt obendrein unter anderem gegen den Datenschutz. Lintgen tut vielmehr sinnvolle — und von Auftraggebern immer stärker gefragte — Dinge. Die „Monschau Classics“ hat er ebenso aus der Luft aufgenommen wie das „Aachen Olé“-Festival in der Soers oder das „Holi-Fest“ auf dem Bendplatz. Auch Inspektionsflüge, für die man früher Helikopter brauchte, gehören zu den vielfältigen Tätigkeitsfeldern.

Wer also steuerte die Burtscheider Drohne? Karl Heusch konnte niemanden mit einer Fernsteuerung sehen. Dass Kriminelle solche Geräte benutzen, um zum Beispiel Einbrüche in Häuser vorzubereiten, könnte zumindest möglich sein. Eine Anfrage beim Landeskriminalamt ergab am Mittwoch, dass derlei Fälle bislang in Nordrhein-Westfalen jedoch noch nicht aktenkundig geworden sind. Es habe einmal einen solchen Verdacht gegeben, doch der habe sich bei einer Überprüfung als falsch erwiesen. Da so etwas jedoch nicht ausgeschlossen ist, sollte man sich in solchen Fällen durchaus an die Polizei wenden. Dort sind seriöse und professionelle Drohnenflüge laut Ordnungsamt in der Regel bekannt.