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Aufruf der Stadt: Dringend Unterkünfte für Flüchtlinge in Aachen gesucht

Aufruf der Stadt : Dringend Unterkünfte für Flüchtlinge in Aachen gesucht

Die Stadt Aachen ruft dazu auf, weitere Unterkünfte für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen.

Die Stadt Aachen hat am Donnerstag dazu aufgerufen, weitere Unterkünfte für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen. Derzeit werden 962 Geflüchtete mehr als der Zuweisungsschlüssel des Landes NRW fordert in Aachen betreut. Gesucht werden vor allem Wohnungen, „die mittelfristig einen guten Aufenthalt bieten“.

Die Stadt Aachen versteht sich laut Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen „nach wie vor als sicherer Hafen und tut alles in ihrer Macht stehende, um Menschen aus allen unsicheren Ländern aufzunehmen“. Seit Beginn des Krieges in der Ukraine habet die Stadt 2128 Geflüchtete in städtischen Übergangsheimen aufgenommen. Weitere Schutzsuchende haben private Unterkünfte gefunden.

Insgesamt befinden sich derzeit 3846 Personen im Leistungsbezug der Stadt Aachen, davon sind 1288 unter 18 Jahre alt. Bis Anfang dieser Woche wurden allein im Juni wieder 261 Personen neu aufgenommen und 230 Personen aus den städtischen Unterkünften weitervermittelt. Aktuell sind in Unterkünften der Stadt Aachen 1086 geflüchtete Menschen untergebracht, davon 390 im Ankunftszentrum Siegel und in Turnhallen.

Die aktuellen Zahlen machen laut städtischem Presseamt deutlich, dass Aachen seiner Rolle als sicherer Hafen mehr als gerecht werde, denn die Stadt betreue 962 Menschen mehr als sie es formal laut Zuweisungsschlüssel des Landes NRW müsste. „Sie erfüllt ihre Quote sogar zu 133 Prozent. Die Zahlen unterstreichen aber vor allem, dass der Bedarf an Wohnraum weiterhin extrem hoch ist“, hieß es am Donnerstag

„Die Zelte am Siegel waren von vornherein als Not- und nicht als Dauerlösung vorgesehen. Für sie müssen wir dringend eine Alternative finden, und das nicht erst, wenn Herbst oder Winter kommen und das Wohnen im Zelt unmöglich machen“, so Sibylle Keupen. Auch die Turnhallen seien als dauerhafte Lösung für die Unterbringung nicht geeignet, nicht von ihrer Struktur her und auch deshalb nicht, weil sie für Kinder und Jugendliche im Unterricht und im Vereinssport wieder benötigt würden.

Benötigt werden laut Verwaltung dringend Unterkünfte, die mittelfristig einen guten Aufenthalt bieten. Deshalb prüfe das städtische Gebäudemanagement, welche Maßnahmen notwendig sind, um weitere Gebäude sowie das auf dem Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums befindliche Gebäude des technischen Dienstes als Unterkunft herzurichten. Bereits im Juli bezugsfertig werden Teile der Grundschule in der Händelstraße und die ehemalige Kita in der Albert-Einstein-Straße.

Dennoch reichen die Plätze nicht. Die Stadt Aachen bittet daher alle Bürgerinnen und Bürger noch einmal ausdrücklich darum, weitere Unterbringungsmöglichkeiten anzubieten. Nahezu alle bislang bei der Stadt Aachen gemeldeten Wohnungsangebote sind bearbeitet und – wo geeignet – in Nutzung genommen worden. Bürger, die noch keine Rückmeldung erhalten oder neue Angebote haben, werden gebeten, sich unter wohnraumvermittlung@mail.aachen.de zu melden

Bislang konnte die Turnhalle in der Königstraße an den Fachbereich Sport zurückübergeben werden, um sie nun wieder sportfähig zu machen. Solange es keine neuen Unterbringungsmöglichkeiten gibt, müssen Turnhallen allerdings weiter bereitgehalten werden, auch weil für die Zeltbewohner eine Notunterkunft benötigt wird, falls eine außergewöhnliche Wetterlage den Aufenthalt im Zelt unmöglich macht. Das sei beispielsweise bei Sturm und Starkregen der Fall.

Weitere Informationen gibt es unter www.aachen.de/ukraine.

(red)