Neues Stück „Ein großer Aufbruch“: Drama ohne Gefahr einer Depression

Neues Stück „Ein großer Aufbruch“ : Drama ohne Gefahr einer Depression

Nein, Katharina möchte nicht die Soße probieren, die Gatte Adrian ihr einladend unter die Nase hält. Sie macht sich Sorgen. Seit einer Stunde warten sie auf den Hausherren, auf Holm, der sie zum Essen eingeladen hat. Doch irgendetwas stimmt nicht.

Seit Wochen hat sich der Freund zurückgezogen, Post liegt ungeöffnet seit Wochen herum. Als dann noch die Töchter Charlotte und Marie, sowie Holms Ex-Frau Ella auftauchen, und Marie die Bombe platzen lässt, dämmert es allen, dass etwas nicht stimmt. Holm ist todkrank und will sich bei einem letzten Abendessen noch einmal von allen verabschieden. „Ein großer Aufbruch“ ist der Titel des Stücks, das am Sonntag am Grenzland-Theater seine Premiere feiert.

Es war die gute Geschichte, an der Intendant und Regisseur Uwe Brandt hängengeblieben ist. Geschrieben hat das Stück Magnus Vattrodt, der als Drehbuchautor auch mehrere Tatort-Folgen verantwortete. Das Aachener Grenzland-Theater ist das dritte Haus, an dem „Der große Aufbruch“ inszeniert wird.

„Es ist einfach wunderbar geschrieben und trotz des schwierigen Themas kein Stück, wo das Publikum in schwere Depressionen verfällt“, erklärt Brandt. Denn Familie und Freunde machen Holm einen Strich durch die Rechnung.

„Meine Figur vertritt den Standpunkt, ,du kannst das nicht alleine entscheiden‘“, sagt Nadine Kiesewalter, die im Stück die Rolle der Tochter Marie spielt. Und so entspinnt sich im weiteren Verlauf des Stücks eine Auseinandersetzung mit dem Thema Tod und Sterbehilfe, mit absurden Situationen und überraschenden Wendungen.

Peter Donath, der den Holm spielt, gehörte zuvor zum Ensemble des Theater Aachen, des „Hans Otto“ Theaters Leipzig und zum Berliner Ensemble. Wolfgang Mondon, in der Rolle von Holms bestem Freund Adrian, dürfte noch aus seiner Rolle in „Das Abschiedsdinner“ in Erinnerung sein, ebenso wie Simone Pfennig als Adrians Frau Katharina, die am Grenzlandtheater zuletzt in „Eine Stunde Ruhe“ zu sehen war. Cynthia Thurat in der Rolle der Tochter Charlotte ist dem Publikum des Grenzland-Theaters aus ihrer Rolle bei „Arthur & Claire“ bekannt.

Außerdem sind Patricia Schäfer als Holms-Ex-Frau Ella, bekannt unter anderem auch durch die TV-Produktionen „Verbotene Liebe“ und Rote Rosen“, sowie Martin Molitor als Maries Lebensgefährte Heiko, unter anderem war er auch am Grenzland-Theater bei den „Buddenbrooks“ dabei, zu sehen. Das Bühnenbild hat Manfred Schneider entworfen.

Wie bei Da Vinci

Es lässt Raum für viele Interpretationen. „Wir hatten sehr früh das Bild von Da Vincis letztem Abendmahl vor Augen“, sagt Uwe Brandt. Es lässt aber auch andere Interpretationen zu. Bis zum 18. Mai ist „Der große Aufbruch im Grenzland-Theater zu sehen, danach geht es auf Tour durch die Region.

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