Aachen: Dr. Marius Otto: Aachens Soziallandschaft fasziniert ihn schon lange

Aachen: Dr. Marius Otto: Aachens Soziallandschaft fasziniert ihn schon lange

Dr. Marius Otto ist neuer Sozial- und Altenplaner der Stadt Aachen. Seit dem 1. September ist der 31-Jährige im Amt und tritt damit die Nachfolge von Dr. Gerrit Köster an. Seit drei Wochen bestimmen viele neue Themen den Alltag Ottos, der in Aachen Geografie studiert hat. „Ich freue mich, dass ich nun endlich meine theoretischen Kenntnisse in die Praxis umsetzen und sie raumbezogen anwenden kann“, so Otto.

Ganz fremd ist ihm das Terrain allerdings nicht, denn nach dem ersten Sozialentwicklungsplan von 2009 hat er am zweiten Plan von 2015 bereits mitgearbeitet. „Mich hat schon während meines Studiums der Bereich der städtischen Sozialentwicklung gereizt, weshalb mich Inhalte rund um Fragen des Wohnens, der Bedürftigkeit, des demografischen Wandels sowie Armutsfragen besonders interessieren“, ergänzt Otto.

Neben der Fortschreibung der Sozialentwicklungspläne strebt Otto eine Vernetzung aller beteiligten Akteure an sowie eine Wechselwirkung unterschiedlicher Bereiche. Heißt konkret: „Mir ist es ein Anliegen, dass wir Quartiere mit besonderen Herausforderungen qualifizieren. Aachen-Nord oder auch Rothe Erde haben einen großen Förderbedarf. Umso wichtiger ist es, dass mit den Menschen vor Ort gesprochen wird.

Natürlich sind Zahlen, Daten und Fakten ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit, aber der Austausch mit den ansässigen Stadtteilbüros und den jeweiligen Quartiersmanagern darf dabei nicht zu kurz kommen. Genauso wird geprüft, ob die Einteilung der Lebensräume so sinnvoll ist und geschaut, wo gesonderter Bedarf ist“, betont Otto. Vor allem die zehn Statteilkonferenzen lobt Otto, denn aus den daraus resultierenden Erkenntnissen können Maßnahmen und Ziele langfristig etabliert werden.

Flüchtlinge im Fokus

Des Weiteren sei auch der Austausch innerhalb der städtischen Verwaltung eine Aufgabe, die er im Rahmen seiner Tätigkeit optimieren möchte. Fragt man Otto, welchen Themenschwerpunkten er sich in den nächsten Tagen konkret widmen möchte, so antwortet er: „Ich bin in sehr viele Angelegenheiten involviert und gerade die soziale Entwicklung ist nichts statisches, sondern ein dynamischer Prozess.

Ganz akut sei es aber wichtig, die langfristige Versorgung der Migration zu bewältigen. Derzeit sind 2600 Flüchtlinge in Aachen, wovon sehr viele schon in eigenen Wohnungen leben. Aber nach der ersten Phase der dringlichen Unterbringung gehe es jetzt in der zweiten Phase vor allem darum, eine gute und langfristige Versorgung zu gewährleisten.

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