Aachen: „Dom im Licht“: Nur 4000 Besucher dürfen auf den Katschhof

Aachen: „Dom im Licht“: Nur 4000 Besucher dürfen auf den Katschhof

Die schlaflosen Nächte sollen dieses Mal ausbleiben. Dass vor zwei Jahren bei der Veranstaltung „Dom im Licht“ nichts passiert ist, hatte auch mit einer ordentlichen Portion Glück zu tun. Denn statt der 3500 Besucher, von denen der Veranstalter anfänglich ausging, strömten nach Schätzungen der Polizei rund 6000 Menschen auf den Katschhof, um das imposante Lichtspiel an der Fassade des Doms zu Live-Kirchenmusik zu beobachten.

Das Gedränge zwischen Dom und Rathaus hatte Veranstalter Kurt Savelsberg noch lange beschäftigt — und ihm nicht nur eine Nacht lang den Schlaf geraubt. Nach der Pause im vergangenen Jahr geht das Spektakel am Freitag, 3. November (Beginn 20.30 Uhr, Einlass 19 Uhr), in die zweite Runde — dieses Mal mit einem Sicherheitskonzept.

Bilder von Menschentrauben, die sich insbesondere an den Zugängen zum Katschhof dicht an dicht drängen, werde es dann nicht geben, versicherte Oberbürgermeister Marcel Philipp am Mittwoch bei der Vorstellung des Konzepts. Denn die Besucherzahl wird in Absprache mit der Stadt auf 4000 begrenzt. Nur wer ein entsprechendes Bändchen am Freitagabend dem Sicherheitspersonal an einer der drei Schleusen zum Katschhof — ausgehend vom Münsterplatz, dem Standesamt und der Ritter-Chorus-Straße — vorzeigen kann, darf den Platz betreten; das betrifft auch Kinder.

Die Bändchen werden kommenden Samstag ab 10 Uhr kostenfrei an drei Stellen in Aachen ausgeteilt (siehe Infokasten). Zudem werde es an den Zugängen Taschenkontrollen geben, sagte Savelsberg, der im gleichen Zuge darum bat, dass Besucher ihre Haustiere zu Hause lassen — vor zwei Jahren hatten einige ihre Hunde mitgeschleppt.

Dass Stadt und Veranstalter mit diesen Einschränkungen „nicht jeden glücklich machen“ werden, sei ihnen bewusst. Die Sicherheit der Menschen gehe jedoch vor. „Auch bei einer ruhigen Veranstaltung wie dieser kann eine Situation entstehen, die Hektik auslöst. Und dann könnte es gefährlich werden“, betonte Philipp.

Diejenigen, die am Samstag eines der begehrten Bändchen ergattern, dürfen sich, so Savelsberg, auf eine Videoinstallation mit topmoderner Technik freuen. Zehn neuartige Beamer sind am Start. „Diese Technik wurde europaweit erst zwei Mal eingesetzt“, betonte der Veranstalter. Welche Bilder den Dom in eine gigantische Leinwand mausern werden, wollte er nicht verraten.

„Ganz besondere Atmosphäre“

Die rund 45 Musiker, die für die Begleitmusik von „Dom im Licht“ sorgen, werden von den farbenfrohen Lichtspielen an der Außenfassade allerdings nichts mitbekommen. Sie werden im Inneren des Doms sitzen und musizieren. „Es ist ungewöhnlich für ein Konzert, dass man sein Publikum nicht sieht“, sagte Saxofonist Heribert Leuchter, der zusammen mit Harald Nickoll für das musikalische Programm verantwortlich ist und bereits vor zwei Jahren dabei war.

„Im Innern des Doms herrscht eine ganz besondere Atmosphäre. Und die Musik ist in der Lage, diese Atmosphäre nach draußen zu transportieren.“ Dieser Aufgabe stellen sich dieses Mal für rund eine Stunde neben Heribert Leuchter die Sänger des Chors Carmina Mundi unter der Leitung von Harald Nickoll sowie Lutz Felbick an der Orgel. Auch das Öcher Original Jupp Ebert wird zwei Balladen singen. Es wird das erste Mal sein, dass Eberts Stimme zu Orgelmusik zu hören ist.

Nicht nur deshalb freut sich Ebert nach eigenen Aussagen wie ein „Perdsküttel“ über seine Teilnahme an dem Spektakel. Denn als Kind habe er viel Zeit in dem Öcher Wahrzeichen verbracht — und sei wiederholt auf den Kaiserstuhl geklettert, den etwas lascheren Sicherheitsvorkehrungen in den 50er Jahren sei Dank. Damals sei er noch „fast jedes Mal“ aus dem Dom rausgeflogen — heute werde er extra in den Dom eingeladen.