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Nach schwerem Unfall: Diskussion über Radweg an Verlautenheidener Straße

Nach schwerem Unfall : Diskussion über Radweg an Verlautenheidener Straße

Nach einem schweren Unfall auf der Verlautenheidener Straße wird erneut über die problematische Radwegeführung im Stadtgebiet diskutiert.

Brenzlige Situationen gibt es häufiger, Unfälle mit Verletzten sind aber die Ausnahme: Die Verlautenheidener Straße gilt trotz des schweren Unfalls vor wenigen Tagen aus Sicht der Polizei als „grundsätzlich unauffällig“. So habe die Direktion Verkehr in den zurückliegenden drei Jahren lediglich vier Radunfälle auf dem umstrittenen Zweirichtungsradweg entlang der Verlautenheidener Straße registriert. In einem Fall handelte es sich um einen Alleinunfall auf einem Kiesabschnitt.

Gleichwohl sieht auch die Polizei den Zweirichtungsradweg kritisch, wie Sprecher Andreas Müller darlegt. „Aus unserer Sicht sollten sie wirklich nur angelegt werden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.“ Also etwa, weil der Platz für Radwege auf beiden Straßenseiten fehlt. Motto: Selbst ein schlechter Radweg ist immer noch besser als keiner.

Das sieht zumindest der Fahrradclubs ADFC anders. Zweirichtungsradwege seien innerorts wegen der Einmündungen und Einfahrten in aller Regel gefahrenträchtig, weil kaum ein Autofahrer damit rechne, dass Radfahrer von beiden Seiten kommen können. Genau diese Situation hat auf der Verlautenheidener Straße an der Einmündung Quinxer Straße zu dem Unfall mit einem schwer verletzten Radfahrer geführt. Er war dort in Richtung Stolberg unterwegs und wurde von einer Autofahrerin nicht gesehen.

Die Initiative „Fahrradfreundliches Haaren“ hat sich daher jüngst für entschärfende Umbauten ausgesprochen. Unter anderem müsse der Radweg kurzfristig rot eingefärbt werden, auch sollten Schwellen eingebaut werden, damit Autofahrer langsamer und vorsichtiger fahren.

Mit den Forderungen sollen sich demnächst die Bezirks- und Mobilitätspolitiker befassen. Auch die Polizei befinde sich im Austausch mit der Stadt, um Verbesserungsmöglichkeiten auszuloten sagt Müller. Langfristig sei ein Umbau der Straße nach den Vorgaben des Radentscheids erforderlich, meint die Haarener Radfahrinitiative.

(gei)