Aachen: Diskrete Hilfe in schweren Lebenslagen

Aachen: Diskrete Hilfe in schweren Lebenslagen

Früher mussten die Mitarbeiter der Aachener Engel schon mal ins hinterste Eckchen eines Cafés ausweichen. Wenn es darum ging, ungestört und diskret über Probleme zu sprechen.

Wenn Menschen zum Beispiel über ihr Krebsleiden reden wollten und/oder Hilfe suchten. Denn im früheren Büro der Aachener Engel an der Schmiedstraße konnte man nie sicher sein, dass nicht irgendjemand in ein hochsensibles Gespräch hineinplatzte.

Dort war einfach kein Platz, oder wie der Vorsitzende des Hilfsvereins Aachener Engel, Martin Lücker, es ausdrückt: „Mit der Mitgliederzahl sind auch die Aufgaben gewachsen. Wir haben viele neue Facetten der Hilfeleistung. Und die können wir nun in neuen Räumen wahrnehmen.”

150 Quadratmeter

Diese passenden Räume sind jetzt gefunden und öffnen in der kommenden Woche ihre Türen: Das Büro der „Aachener Engel” hat jetzt seinen Sitz an der Borngasse 43, direkt vis-à-vis zum kleinen Park der Aachen-Münchener. Dabei ist es selbstverständlich nicht nur das Büro, das auf den jetzt 150 Quadratmetern untergebracht ist. Neben einem Empfangsraum gibt es jetzt auch ein Büro für die Außendienstmitarbeiter beziehungsweise Fallmanager, die sich um Patienten und Sozialfälle kümmern. Im hinteren Teil des Erdgeschosses an der Borngasse befindet sich - ganz bewusst gewählt - das Büro für Therapiegespräche. Hier ist Diskretion noch wichtiger als sonst.

Direkt an der Straße ist ein kleinerer Saal gelegen, das neue Schulungszentrum der Engel. „Unser Tutorenprojekt, bei dem Jugendliche und Kinder kostenlos Nachhilfe bekommen, wird enorm angenommen. Dies können wir künftig in unseren eigenen Räumen anbieten”, nennt der Vorsitzende einen weiteren Vorteil des neuen Standortes. Ein großer Keller mit Räumen zu einer vernünftigen Archivierung komplettiert das neue Domizil.

Besonderer Clou: Die neuen Räume kosten im Vergleich zu den alten etwa 200 Euro, werden aber über Sponsorenwerbung an den Fenstern zur Straße mehr als refinanziert. Zudem habe sich der Vermieter der Räume, in denen früher die Gewerkschaft Verdi und zuletzt das Baubüro der Aachener-Münchener befand, als äußerst fair erwiesen - und sei sogar neues Engel-Mitglied geworden. Der dm-Markt stiftete 7000 Euro fürs Schulungszentrum, die Sparkasse unterstützte die Infrastruktur. Beiträge und Spendengelder der inzwischen 800 Mitglieder flossen so nicht in den Umbau beziehungsweise die Renovierung. Eine zweite Auszubildende nimmt jetzt ihren Dienst auf, eine dritte Azubi-Stelle für Bürokommunikation ist in der Vorbereitung.

Für den Verein, der sich ursprünglich um Menschen, die direkt oder indirekt von Krebserkrankungen betroffen sind, gekümmert hat, hat sich mit dem Umzug eine neue Qualität ergeben. Hin zu mehr Professionalität. Denn neben der Gründungsidee sind in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Initiativen ins Leben gerufen worden: Jugendförderung, Sport, Bildung, Anti-Aggressions-Training. Die „Aachener Engel” verstehen sich als Netzwerker, geben Unterstützung und nehmen diese in Anspruch, wenn sie an ihre Grenzen stoßen. „Jeder Fall wird von uns sehr gewissenhaft geprüft. Und jeder kann sicher sein, dass Unterstützung von uns in Hilfe vor Ort umgewandelt wird”, versichert Martin Lücker.

Weitere Infos und Kontakt zu den Aachener Engeln

Trotz oder gerade wegen der stetig steigenden Mitgliederzahlen sind neue Interessenten stets willkommen - aktive wie inaktive.

Das neue Büro der Aachener Engel mit den angeschlossenen Räumen befindet sich an der Borngasse 43. Die Telefon-Nummer ist geblieben: 99005566, E-Mail: kontakt@aachener-engel.com

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