1. Lokales
  2. Aachen

„Engagementdirekt“: Digitales Pilotprojekt startet jetzt in Aachen

„Engagementdirekt“ : Digitales Pilotprojekt startet jetzt in Aachen

Viele Menschen wollen sich engagieren. Aber wie und wo? Die Stadt Aachen hat dazu als Pilotprojekt für NRW die Online-Plattform „Engagementdirekt“ ins Leben gerufen.

Ein digitales Pilotprojekt für NRW startet jetzt in Aachen: Hier ist gerade eine Plattform online gegangen, die Menschen und Institutionen in ihrem bürgerlichen Engagement zusammenbringt.

Das ganze funktioniert ähnlich wie ein Dating-Portal: Die einen geben ein, welche besonderen Fähigkeiten oder Qualifikationen sie unentgeltlich zur Verfügung stellen, die anderen beschreiben, was sie suchen. „Meine Klasse hat ein Bienenprojekt“, könnte beispielsweise eine Anzeige lauten. Was für Glück, wenn sich da ein Verein fände, der sich mit Bienen auskennt und seine Unterstützung anböte.

„Alles kein Problem mit unserem neuen Portal“, meint Petra Mahr, Team‑ und kooperative Stadt‑Engagierte. Auf „Engagementdirekt“ soll nun wie auf einem Marktplatz das gesamte Engagement der Stadt Aachen gebündelt werden. Möglich wurde das Projekt dank der Unterstützung des Landes NRW, das dieses digitale Angebot mit insgesamt 560.000 Euro förderte. „Und funktioniert es dann erst einmal in Aachen, dann wird es auch auf andere Kommunen und Städten ausgedehnt“, sagt Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt NRW.

Die Vorzeichen dafür stehen gut. Immerhin bietet das neue Portal all jenen, die sich gerne engagieren würden, einen idealen Einblick in die unterschiedlichen Möglichkeiten. Neben Vereinen, Organisationen oder Institutionen können auch Unternehmen inserieren. „Firmen könnten beispielsweise ihre Fortbildungen öffnen und frei gebliebene Plätze pro bono anbieten“, nennt Petra Mahr als Beispiel. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos. Und wer sich registriert, wird bei einem „Match“ (Treffer) auch umgehend informiert.

In einer Suchmaske könnten Interessenten ihre Fähigkeiten angeben und auch den zeitlichen Rahmen benennen, in dem sie zur Verfügung stehen. Insgesamt 30 Anzeigen stehen bereits im Netz: Die Verantwortlichen hoffen nun, dass hier in Zukunft ein reger digitaler Austausch herrscht.

Alle Beteiligten halten das Portal für ein flexibles Instrument, um bürgerschaftliches Engagement in die richtigen Bahnen zu lenken. Denn wer Lust hat, andere Menschen zu unterstützen, muss nicht lange mühsam suchen. Ein Blick ins Netz liefert viele Möglichkeiten, und dann vielleicht auch den ein oder anderen Treffer. „Je mehr sich das Angebot herumspricht, um so bessere Möglichkeiten wird es bieten“, ergänzt Mahr.

Die einzelnen Angebote werden in Anzeigenform präsentiert und bieten einen schnellen Überblick über den „digitalen Unterstützer-Markt“. „Wer beispielsweise jemanden sucht, um drei Seiten auf Sütterlin zu übersetzen, der könnte hier in Zukunft fündig werden“, sagt Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. Auch sie freut sich über die neue Möglichkeit der niedrigschwelligen Kontaktaufnahme, die auch ganz unverbindlich bleiben kann, wenn das einer der beiden Partner so wünscht.

Die Staatssekretärin malt sich derweil schon einmal aus, wie leicht die Vorbereitungen zu den „Düsseldorfer Ruhr Games“ mit diesem Portal wären: Eine Anzeige zur Suche nach „Volunteers“ geschaltet, und schon kommen all die in Kontakt, die in Kontakt kommen sollen.

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Staatssekretärin Andrea Milz, Dana Duikers, Leiterin Bürgerdialog, Petra Mahr und Marion Link, Team Engagierte und kooperative Stadt, stellten das neue Portal jetzt der Öffentlichkeit vor. Sie hoffen nun, dass alle Institutionen, Vereine, Unternehmen, Bildungseinrichtungen sowie Privatpersonen regen Gebrauch davon machen.