Aachen: Diebischer Mitarbeiter: Mikrofon-Klau im Theater Aachen

Aachen: Diebischer Mitarbeiter: Mikrofon-Klau im Theater Aachen

Eine buchstäblich wahre menschliche Tragödie beschäftigt in diesen Tagen das Theater Aachen. Ein Mitarbeiter des Musentempels hat dort — offenbar um seine Drogensucht zu finanzieren — hochwertige technische Ausrüstung im Großen Haus demontiert und auf eigene Rechnung verkauft.

Nach dem Skandal im Recyclinghof an der Kellershaustraße — wo die gesamte Belegschaft entlassen wurde, weil diese mutmaßlich in illegalen Handel mit Elektroschrott verwickelt war — ist dies für das Rechtsamt der Stadt Aachen der nächste Fall, der nicht nur personalrechtliche, sondern strafrechtliche Folgen haben dürfte.

Auch in diesem Fall wurde Anzeige erstattet, die Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet. Das Presseamt der Stadt Aachen bestätigte entsprechende Informationen der Aachener Zeitung, wies aber nach Rücksprache mit der Theaterleitung darauf hin, dass „man sich nicht zu laufenden Verfahren äußert“. Es handele sich um einen zwar nicht unbeträchtlichen, allerdings immer noch überschaubaren Schaden für das Theater Aachen.

Nach AZ-Informationen hat der langjährige Mitarbeiter des Theaters extrem wertvolle Mikrofone demontiert, um diese zu Geld zu machen. Damit dies nicht auffällt, soll der Mann die gezielt demontierten, sehr hochwertigen Mikrofone durch minderwertige Ersatzware ersetzt haben. Aufgefallen sei dies aber nicht etwa, weil die Tonübertragungsqualität im Theater Aachen spürbar nachließ, sondern nachdem zufällig irritierende Rechnungen auftauchten.

Der Mitarbeiter wurde zur Rede gestellt, er soll die Taten reumütig eingeräumt haben, heißt es aus informierten Kreisen. Offen ist aber wohl, ob der „Mikrofon-Trick“ nur die Spitze des Eisbergs ist — und ob der Täter zuvor bereits andere technische Ausstattung zu Lasten des Theaters zu Geld gemacht hat. Auch zu den fraglichen Zeiträumen machte das Theater Aachen am Mittwoch keine Angaben. Der geständige Mitarbeiter wurde aus dem Dienst entlassen und befindet sich nunmehr in ärztlicher Behandlung.

Anders als bei den Diebstahlsdelikten im Theater Aachen ging es im Recyclinghof in Eilendorf wohl nicht um „Beschaffungskriminalität“, sondern eher um reine Geldgier.

In der Stadtverwaltung und im Stadtbetrieb ist man jedenfalls davon überzeugt, dass dort ein schwunghafter Handel mit alten Kühlschränken, Herden, Radios, Plattenspielern und vielem mehr betrieben wurde — all dies zum finanziellen Nachteil der Stadt Aachen. Auch hier ist aber noch unklar, wie groß der angerichtete Schaden tatsächlich ist. Neun städtische Mitarbeiter des Recyclinghofs hatten ihre Jobs verloren.