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Dreiste Tat: Diebe stehlen ein wertvolles Messgewand in der Aachener Citykirche

Dreiste Tat : Diebe stehlen ein wertvolles Messgewand in der Aachener Citykirche

Unbekannte Täter haben aus der Aachener Citykirche in der Innenstadt ein wertvolles Messgewand entwendet.

Aus dem Altarraum vor dem Hochaltar der Citykirche in Aachen ist ein Messgewand aus dem 19. Jahrhundert gestohlen worden.

Für die Pfarrei Franziska von Aachen ist der Diebstahl des gestifteten liturgischen Textils ein schwerer Verlust, betont Pfarrer Timotheus Eller am Dienstag. Leider sei der Diebstahl erst am Montag entdeckt worden. Eine Strafanzeige wurde bei der Aachener Polizei gestellt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit, so Eller gegenüber unserer Zeitung, sei das Gewand bereits am vergangenen Freitag gestohlen worden.

Das schwarze Messgewand leistete einen Beitrag zu der aktuellen Kunstinstallation in der Citykirche, die kirchliche Tatorte sexualisierter Gewalt thematisiert. Das alte Gewand symbolisierte laut Eller Taten aus den 1950er- und 1960er-Jahren, ein neues Gewand stand als Bild dafür, dass das Thema nichts Vergangenes ist.

Ausstellungsmacherin Annette Diesler von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland zeigte sich entsetzt über die Tat. Mit diesem schäbigen Diebstahl würden gleich mehrere Tabubrüche begangen, heißt es.

Ohne große Hoffnung, dass die Schenkung an die Pfarrei zurückkehrt, appellieren die beiden an das Gewissen desjenigen, der die Tat begangen hat.

In dem Zusammenhang hoffen die beiden auch darauf, dass sich mögliche Zeugen melden. Es könne durchaus sein, dass jemand beobachtet hat, wie das Gewand weggenommen und aus der Kirche gebracht worden ist, so Eller.

Der Pfarrer der Citykirche will sich trotz des neuerlichen Vorfalls nicht von seinem Konzept abbringen lassen. „Wir sind eine offene Kirche, so soll es sein“, sagt er. Von 9 bis 19 Uhr könne jeder die Kirche besuchen. „Und so soll es auch bleiben!“ Trotz der Tatsache, dass Diebstähle immer wieder vorkommen. Meist werde elektronisches Material entwendet.

Die Mutmaßung, dass es sich dabei um sogenannte Beschaffungskriminalität handele, liegt nahe. „So etwas lässt sich unter Umständen schnell zu Geld machen“, mutmaßt Eller. Für das Messgewand gelte dies allerdings wohl nicht. Was auch Timotheus Eller ein Stück ratlos zurücklässt. Das Motiv des Diebs sei völlig unklar.