1. Lokales
  2. Aachen

Die Woche in Aachen war nicht nur durch die Hitze geprägt

Die Woche in Aachen : Von heißen Tagen und mehreren Abschieden

Die Woche in Aachen war vor allem eins: heiß, heiß und nochmals heiß. Die steigenden Temperaturen sind etwas, auf die auch Politik und Verwaltung reagieren müssen. Doch nicht nur der Hitzesommer hat die Aachener in den zurückliegenden Tagen beschäftigt.

Es dat noch Weär of at Klima? So könnte man die Sondersendungen, die dieser Tage über die Mattscheibe liefen, betiteln. Wenn sie denn fürs Öcher Publikum konzipiert worden wären. Man kann sich natürlich darüber streiten, ob es angemessen ist, im Sommer nach der Tagesschau einen Brennpunkt zum heißen Wetter zu bringen. Oder ob sich die lokalen Medien, und damit natürlich auch unsere Zeitung, vermeintlich nur wegen des „Sommerlochs“ intensiv diesem Thema widmen. Unstrittig ist jedoch: Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war es in Deutschland noch nie so heiß. In Aachen registrierte die Messstation des Geographischen Instituts der RWTH auf der Hörn am Donnerstag 40 Grad. Das ist die höchste jemals in Aachen gemessene Temperatur. Die Folgen, die daraus resultieren, kann man nicht wegdiskutieren. Die Menschen leiden, die Tiere leiden, der Wald leidet. Auch die Stadt Aachen muss darauf reagieren. Schließlich bekommen Einwohner in Städten den Klimawandel besonders zu spüren. Umso gespannter dürfen wir sein, welche konkreten Konsequenzen Politik und Verwaltung aus dem ausgerufenen Klimanotstand ziehen werden. Von einigen Annehmlichkeiten wird man sich zum Wohle des Klimas wohl verabschieden müssen. Warum das nötig ist, haben wir in den vergangenen Tagen gemerkt.

Abschied nehmen müssen auch die Mitarbeiter der AachenMünchener. Nicht von ihrem Job, aber immerhin vom Namen ihres Arbeitgebers. Und natürlich den gelben Firmen-Fahnen. Nach 194 Jahren ist die AachenMünchener Versicherung Geschichte. Anfang Oktober wird sie als Sachversicherung in der italienischen Mutter Generali aufgehen. Nächstes Jahr soll die AachenMünchener Lebensversicherung AG von der Bildfläche verschwinden. Für das Aachener Stadtbild heißt das: weniger gelb, dafür deutlich mehr rot. Rund um das Direktionsgebäude wehen schon jetzt rote statt gelbe Fähnchen im Öcher Wind. Auch im Inneren des Gebäudes läuft die Umwandlung ins rote Corporate Design der Generali auf Hochtouren. Immerhin: Die gelb-schwarze Außenhülle des Komplexes an der Borngasse bleibt unangetastet.

Bewegung gibt es auch in der hiesigen Kneipenszene. Allerdings in eine Richtung, die ziemlich unerfreulich ist. Im Vergleich zu 2007 gibt es im Kaiserstädtchen 80 Kneipen weniger. So der Stand für das Jahr 2018. Im vergangenen Jahr konnte man noch in 348 sogenannten Schankwirtschaften sein Bier an der Theke bestellen. Elf Jahre vorher waren es noch 428. Vor allem die kleinen, ganz individuellen Kneipen an der Ecke scheinen den Zapfhahn hochzudrehen. Stattdessen machen sich überwiegend Gastronomie-Ketten breit.

Einen herben Rückschlag musste diese Woche auch der Aachener Landwirt Lambert Giesen einstecken. Das Verwaltungsgericht Aachen wies seinen Eilantrag gegen die von der Städteregion Aachen angewiesene Tötung von drei Rinderherden ab. Das Veterinäramt hatte in dem Betrieb Rinderherpes festgestellt. Das Oberverwaltungsgericht Münster wird sich nun wohl mit der Causa beschäftigen.

Das wird nächste Woche in anderer Sache eine für Aachen maßgebliche Entscheidung treffen. Am Mittwoch geht es darum, ob die Maßnahmen der Stadt zur Luftreinhaltung ausreichen. Oder ob doch Dieselfahrverbote verhängt werden müssen. In diesem Sinne: ein schönes Wochenende!