Aachen: Die Verwaltung platzt aus allen Nähten

Aachen : Die Verwaltung platzt aus allen Nähten

Die Zustände, unter denen die Verwaltungsmitarbeiter in den städtischen Gebäuden am Adalbertsteinweg/Ecke Scheibenstraße und an der Reumontstraße arbeiten, sind an der Grenze der Zumutbarkeit.

In den vergangenen Jahren habe man dort nur das Allernötigste getan, sagt Klaus Schavan. Der Chef des städtischen Gebäudemanagements weiß: So geht es nicht weiter. Deshalb ist längst schon geplant, Abhilfe zu schaffen. Die Frage war bisher: wie? Man pendelte zwischen der Anmietung großer Flächen im geplanten Komplex „Blue Gate“ am Hauptbahnhof oder einer Erweiterung des Verwaltungsgebäudes Lagerhausstraße gleich nebenan. Jetzt hat der Planungsausschuss beschlossen, letztere Variante auf jeden Fall anzugehen und zu investieren. Die Rede ist von über 20 Millionen Euro. Das sei in Zeiten niedriger Zinsen allemal besser als teuer zu mieten.

Mieten muss man trotzdem

Doch da musste Schavan gleich einhaken. Denn angesichts einer Fülle neuer Aufgaben werde selbst dieser An- und Umbau an der Lagerhausstraße nicht vollends reichen. Mittelfristig werde man dennoch Räume anmieten müssen. Zumal: Der Neubau wird wohl kaum vor 2022/23 fertig. Nächste Woche jedenfalls schaut man sich dem Vernehmen nach schon einmal ein mögliches Quartier in der Innenstadt an, dass Teilen der Verwaltung vorerst als Heimat dienen könnte.

Überhaupt muss einiges neu überlegt und umorganisiert werden. Etwa in besagtem Verwaltungsgebäude Lagerhausstraße ist die Mitarbeiterdichte offenbar viel zu hoch. Da trete der Arbeitsschutz und der Personalrat auf den Plan, so Schavan. Das Gebäudemanagement jedenfalls ist nicht untätig gewesen und hat eine umfangreiche Bedarfsanalyse zusammengestellt. Diese wird im nächsten Personal- und Verwaltungsausschuss vorgestellt. Allerdings zuerst einmal im nicht-öffentlichen Teil. Nach AZ-Informationen wird auch an für Aachen ganz neuen Modellen der Arbeitsorganisation gearbeitet. Dazu gehört beispielsweise das „Open Space“-Prinzip, was übersetzt „offener Raum“ heißt. Hierbei gibt es in den Büros keine Wände, Mitarbeiter verschiedener Disziplinen arbeiten zusammen. Das verkürzt nicht nur Wege, sondern kann auf gleicher Fläche Platz für mehr Mitarbeiter schaffen. Bis allerdings Neubauten stehen und neue Konzepte greifen, müssen viele Verwaltungsmitarbeiter wohl weiterhin eng zusammenrücken.

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