Aachen: „Die Teufelsprinte“: Teufelskinder und fliegende Vögel begeistern Publikum

Aachen : „Die Teufelsprinte“: Teufelskinder und fliegende Vögel begeistern Publikum

Aachen brennt. „Kommt mit Eimern. Helfet, löschet!“, schreien die hilflosen Aachener, die nichts außer zerfetzter Kleidung am Leibe tragen. Bei der Kinderoper „Die Teufelsprinte“ umhüllt der böse Krippekratz, wie der Teufel in Aachen genannt wird, die Kaiserstadt mit heißen Flammen.

Mehr als 60 Kinder der Offenen Ganztagsschule (OGS) Marktschule Brand präsentierten am Wochenende bei der öffentlichen Generalprobe vor zahlreichen Mitschülern ihre Kinderoper. Am Folgetag feierte das Stück dann ausschließlich vor geladenen Gästen wie Eltern und Verwandten seine Premiere.

„Die Probe war zufriedenstellend“, resümiert Regisseurin Vera Kerkhoffs-Creutz und lächelt erschöpft. Noch vor wenigen Augenblicken hüpfte sie vor der Bühne umher, gestikulierte, richtete immer wieder ihre Hände beruhigend nach unten. „Der Chor war nicht mehr zu bremsen“, begründet sie. Hier könne der Auftritt noch verbessert werden. „Sie sind förmlich weggerannt. Das war bei den Proben nicht so“, ergänzt Kerkhoffs-Creutz. Wahrscheinlich sei schlichtweg die Aufregung der Grund dafür.

Wer sich die Kinderoper von den Zuschauerplätzen aus betrachtete, der bekam das kaum mit. Es wurde gestaunt, applaudiert oder einfach nur den zarten Stimmen der Zweit- bis Viertklässler gelauscht. „Am Anfang der Woche hätte ich nicht gedacht, dass wir heute so weit sind“, gab Vera Kerkhoffs-Creutz zu. Viel Puzzlearbeit war zu erledigen. „Mit jeder Probe haben sich die Kinder gesteigert.“

„Die Teufelsprinte“ ist der letzte Teil einer Trilogie, in der die Aachener mit dem Teufel aneinandergeraten. Immer wieder schafften es die Einwohner, den Bösewicht auszutricksen. Ein Feuer in der Innenstadt sollte den Spieß umdrehen, so der Plan von Krippekratz. Und das Feuer erreichte nicht nur das schöne Rathaus, sondern auch die Häuser der nun obdachlosen Aachener. Schnell stellen sie fest: Sie brauchen eine neue Einnahmequelle — Printen. Leider liegt das begehrte Printenrezept tief in einer Gruft vergraben. Ausgerechnet der Teufel bietet seine Unterstützung an. Und mit dem ist bekanntlich nicht zu spaßen.

Die Kinderoper beeindruckt nicht zuletzt durch die rasante Musik und die kräftigen Textzeilen von Günther Kerkhoffs. „Nieder mit Aachen“ klang es unter anderem lautstark aus den Kehlen der Chorkinder, während das junge Orchester vor der Bühne auf Metallophonen und Kontrabässen die passende Hintergrundmusik spielte. Auch die Kostüme sorgten für Aufsehen: Mal waren die Jungen und Mädchen feurige Teufelskinder, mal leuchtend grüne Bäume oder fliegende Vögel. Belohnt wurden die jungen Sänger und Musiker mit einem tosenden Beifall sowie minutenlangen „Zugabe“-Rufen der zuschauenden Mitschüler.

Die „großen“ Vorstellungen stehen noch bevor: „Die Teufelsprinte“ wird als Gruppenvorstellung im Rahmen der Schultheatertage am Mittwoch, 4. Juli, um 11 Uhr aufgeführt. Weitere Vorstellungen gibt es am Samstag, 7. Juli, und Sonntag, 8. Juli, jeweils um 15 Uhr.