Aachen: „Die Teufelsprinte“ ist neue Kinderoper an der Marktschule Brand

Aachen : „Die Teufelsprinte“ ist neue Kinderoper an der Marktschule Brand

Vera Kerkhoffs-Creutz zählt von zehn herunter. Schnurstracks wuseln unzählige Jungen und Mädchen quer durch den Raum. Es dauert nicht einmal sechs Sekunden, bis in dem Durcheinander wieder Ordnung einkehrt und alle mucksmäuschenstill an ihren Positionen stehen.

„Böse blicken!“, fordert Kerkhoffs-Creutz, die die Proben in der alten Turnhalle der Brander Marktschule leitet. Und schon starren zahlreiche ernste Mienen den Zuschauer an. Hochkonzentriert arbeiten die Kinder der zugehörigen Offenen Ganztagsschule (OGS) in Trägerschaft des Vereins „Betreute Grundschulen“ an ihrer Opern-Aufführung „Die Teufelsprinte“. Bis zur Premiere Ende Juni muss alles stimmen.

Das Stück ist der letzte Teil einer Trilogie, in der die Öcher und der Teufel aneinandergeraten. Stets gingen die Aachener bisher als Sieger hervor, tricksten den Bösewicht aus. Nicht aber im dritten Teil: „Der Teufel rächt sich“, erzählt Günther Kerkhoffs, der sowohl den Text als auch die Musik geschrieben hat. Mit anderen Worten: Aachen steht in Flammen. „Und der Teufel bekommt Oberwasser“, ergänzt Kerkhoffs, ehemaliger Leiter der Marktschule. Derweil fragen sich die Einwohner, wie die abgebrannte Stadt wiederaufgebaut werden kann. Eine neue Einnahmequelle muss her: der Verkauf von Printen. Blöd nur, dass das so begehrte Printenrezept tief in einer Gruft vergraben liegt. Ausgerechnet der Teufel bietet seine Hilfe an — natürlich nicht ganz ohne Hintergedanken.

Seit vergangenen Sommer üben mehrere Dutzende Zweit- bis Viertklässler wöchentlich an der Kinderoper. Rund 50 sind Teil des Chors, weitere 16 spielen im Orchester. Für gemeinsames Proben sei es noch zu früh, erklärt Kerkhoffs-Creutz. Das geschehe erst drei Wochen vor der Premiere. „Insbesondere das Orchester einzustudieren, ist sehr schwer“, so die Leiterin.

Dass in der Chortruppe fast ausschließlich Mädchen mitwirken, ist im Übrigen nicht ungewöhnlich. Lediglich sechs Jungen stehen bei der Aufführung auf der Bühne. „Eigentlich ein guter Schnitt“, resümiert Kerkhoffs-Creutz im Hinblick auf die vergangenen Jahre. Das Paradoxe: „Im Orchester sieht es umgekehrt aus.“

Großer Fundus an Kostümen

Seit knapp 40 Jahren besteht an der Brander Marktschule schon die Tradition der Kinderoper, momentan gibt es alle zwei Jahre eine Inszenierung. Zahlreiche Kostüme haben sich über die Jahre angesammelt. Ein großes Sammelsurium sei entstanden, viel genäht werden muss nicht mehr.

Dennoch: Die neonfarbigen Gewänder des letzten Auftritts werden diesmal nicht verwendet. „Dafür gibt es etwas anderes Besonderes“, verspricht Kerkhoffs-Creutz. Was das ist, wird nicht verraten.