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Stadt und Städteregion: Die Suchthilfe kehrt zum Kaiserplatz zurück

Stadt und Städteregion : Die Suchthilfe kehrt zum Kaiserplatz zurück

Stadt und Städteregion Aachen wollen die Situation Suchtkranker verbessern. Dazu greifen sie noch einmal tiefer in die Kassen. Was ist geplant?

Um die Situation Suchtkranker in der Stadt Aachen zu verbessern und wirksame Konzepte umzusetzen, sind Stadt und Städteregion bereit, noch einmal tiefer in die Kassen zu greifen. In der Sitzung des Sozial- und Gesundheitsausschusses der Städteregion in der nächsten Woche steht nach Mitteilung des städtischen Presseamts die Verlängerung der Leistungsvereinbarung mit der Suchthilfe auf der Tagesordnung. Vorgesehen ist dort, den Zuschuss für die Drogen- und Suchtberatung des Caritasverbands in der Stadt Aachen um rund 25 Prozent auf insgesamt auf 1,23 Mio. Euro anzuheben.

„Stadt und Städteregion stellen diese Mittel – trotz wie immer knapper Haushaltsmittel – zur Verfügung. Die Stärkung der Arbeit und der Präsenz vor Ort ist unverzichtbar“, begründet Aachens Kämmerin und Stadtdirektorin Annekathrin Grehling.

Nach einer Abstimmungsrunde der städtischen Politik mit den Verwaltungen von Stadt und Städteregion steht laut Mitteilung außerdem fest, dass die Finanzierung des Tagestreffs für Wohnungslose und Suchtkranke in der Kirche St. Peter wie geplant zum 31. Mai endet.

Im ersten Corona-Winter Ende 2020 wurde der Tagesaufenthalt am Peterskirchhof eröffnet, um die Bedingungen für die Betreuung von Wohnungslosen in der Pandemie zu verbessern. Der städtische Sozialausschuss hält die Fortführung des Tagestreffs und die Konzentrierung der Angebote der Drogen- und Wohnungslosenhilfe in der Kirche St. Peter nicht mehr für erforderlich. „Wir brauchen wieder stärker dezentrale Hilfsangebote“, sagt Ausschussvorsitzender Leo Deumens. „Dass zeitnah die Anlaufstelle am Kaiserplatz wieder eröffnet werden wird, begrüßen wir sehr.“ Während die städtischen Räume des Troddwar am Kaiserplatz noch saniert werden, stellt die Kirchengemeinde St. Adalbert für die Anlaufstelle ein Ladenlokal in unmittelbarer Nachbarschaft zur Verfügung.

Der Sozial- und Gesundheitsdezernent der Städteregion Michael Ziemons erklärt dazu: „Aus fachlicher Sicht ist es unverzichtbar, die Anlaufstelle und das Beratungsangebot genau dort zu haben, wo sich auch die Suchtkranken aufhalten.“ Und Stadtdirektorin und Ordnungsdezernentin Annekathrin Grehling fügt hinzu: „In der Vereinbarung mit der Kirchengemeinde haben wir eine täglich mehrfache Präsenz des Ordnungsamtes in Abstimmung mit der Polizei und in Zusammenarbeit mit der Suchthilfe vereinbart. Wir erwarten, dass dies zusammen mit dem Angebot der Suchthilfe zu einer Entspannung der Situation vor Ort führen wird.“

Der Tagestreff der Wohnungslosenhilfe kann nun nach Auslaufen der Infektionsschutzbestimmungen wieder in die Hermannstraße zurückverlagert werden, wo er jahrzehntelang beheimatet war. Das in der Pandemie bereitgestellte erweiterte Angebot der Stadt Aachen an Notschlafstellen in der Schule Beginenstraße hat sich zudem bewährt und soll beibehalten werden.

(red)