Aachen: Die Nikolauskapelle steht wieder im Regen

Aachen: Die Nikolauskapelle steht wieder im Regen

Pünktlich zum Weinfest kann Dombaumeister Helmut Maintz auf das fertig gedeckte Schieferdach der Nikolauskapelle anstoßen — wenn er denn die Zeit dafür hätte. Doch klar, vor dem Büro eines Dombaumeisters türmt sich die Arbeit immer auf, und auch an der Nikolauskapelle wird weiter Hand angelegt.

Das Dach mit der 1200 Quadratmeter großen Wetterschutzplane, unter der der Dachstuhl aufwendig saniert und schließlich neu eingedeckt wurde, wird zwar abgebaut, doch große Teile des Gerüstes — 3000 Kubikmeter Stahlrohr — bleiben noch ein paar Monate stehen, denn nun gilt es Steinflächen zu überarbeiten und Fugen auszubessern.

Moselschiefer liegt

Dennoch: Der gestrige Abbau des Gerüstdaches sorgt für Aufbruchstimmung beim Dombaumeister. Die Nikolauskapelle steht buchstäblich wieder im Regen. Und das ist auch gut so. Die große Aufgabe Dachstuhlerneuerung — hier hatte der gescheckte und vor allem gefräßige Nagekäfer tiefe Spuren im historischen Holz hinterlassen — ist nun bewältigt, der Moselschiefer in altdeutscher Deckung liegt auf — unter der Wetterschutzplane konnten die Arbeiten bei Wind und Regen laufen, so dass wetterbedingte Verzögerungen ausgeschlossen werden konnten.

Das ist gut für die Handwerker — und die Kasse des Dombaumeisters. Denn jeder Tag Baustelle kostet Geld, allein die Miete für das Gerüst wird nach Tagen abgerechnet. Je früher also abgebaut wird, umso niedriger bleiben die Kosten an der hohen Kapelle — gearbeitet wurde 20 Meter über dem Katschhof.

Bei rund 1,5 Millionen Euro sollen die Kosten für die gesamte Baumaßnahme Nikolauskapelle am Ende liegen, wenn denn keine bösen Überraschungen im Mauerwerk auf die Steinmetze warten. „Wir werden genau hinschauen“, sagt Maintz.

Ende des Jahres soll die Kapelle dann wieder ohne Gerüst am Katschhof stehen. Dann wird nicht nur das „neue“ Dach zu sehen sein. „Es geht voran“, erklärt der Dombaumeister zufrieden.

Es ist nicht die einzige Baustelle, auf die er in diesen Tagen den Blick richtet. Turnusgemäß werden in der Chorhalle die Malereien geprüft und überarbeitet. In der Domsingschule werden zwei kleine Wohnräume der Schule als Lernräume zugesprochen — und müssen entsprechend umgerüstet werden. Dafür freilich haben Maintz und die Handwerker ein paar Tage mehr Zeit als bis zum Beginn des Weinfestes am Donnerstag. Die Schule beginnt erst wieder am 4. September.

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