Aachen: „Die Neusser werden gegen uns ganz anders aufschlagen“

Aachen: „Die Neusser werden gegen uns ganz anders aufschlagen“

Igor Sijsling hatte ein Lächeln im Gesicht, und er schüttelte den Kopf, als er am Freitag nach seiner 3:6, 1:6-Niederlage gegen Pablo Cuevas das Klubhaus von Kurhaus Aachen betrat. Es war kein Kopfschütteln, das große Enttäuschung verriet. Dieses Lächeln passte nicht zu einem frustrierten Tennisprofi.

Es war ein Lächeln und ein Kopfschütteln der Anerkennung für die Leistung des Siegers, die die Nummer 118 der Weltrangliste nach dem Duell mit der Nummer 24 trug. „Ich habe gegen einen der besten Spieler der Welt verloren, da kannst du nur lernen“, sagte Sijsling. „Der erste Satz war okay, danach hatte ich Probleme. Sein Sieg war okay.“

Das erste Duell zwischen zwei Aachener Bundesligisten ist seit Freitag also Geschichte. Am morgigen Sonntag geht es in die dritte Runde. Aufsteiger Blau-Weiss Aachen hat Heimrecht gegen Neuss, erwartet einen starken Gegner, wie Coach Alex Jakubec mutmaßt: „Neuss wird sicher gegen uns ganz anders aufschlagen als am ersten Spieltag beim 0:6 gegen Gladbach oder auch am Freitag beim 0:6 in Halle. Das wird ein ganz anderes Spiel. Ich war schon überrascht, dass nur Spieler die Matches bestritten haben, die unten auf der Neusser Setzliste stehen.“

Der Grund liegt auf der Hand: Neuss rechnete sich an den ersten beiden Spieltagen wenig Chancen aus. Am Sonntag aber beim Aufsteiger in Aachen dürfte das ganz anders sein. Da will der Gast Zählbares mitnehmen. Yannik Reuter, der am Freitag bei Kurhaus erneut eine starke Leistung zeigte und für Blau-Weiss im Einzel und mit David Marrero im Doppel punktete, ist auch ziemlich sicher: „Neuss wird mit einer viel stärkeren Mannschaft bei uns aufschlagen.“

Die Gastgeber aber sind vorbereitet: Igor Sijsling, Yannick Mertens, Yannik Reuter und Germeine Gigounon stehen im Einzel bereit, Jannis Kahlke und Doppelspezialist David Marrero sind für die Doppel geplant. Sijsling sagt selbstbewusst: „Ich bin da, um Spiele zu gewinnen. Das Team ist sehr gut, wir können den Klassenerhalt schaffen. Ich fühle mich sehr wohl bei Blau-Weiss, die Atmosphäre, das Umfeld, alles stimmt“ Und er diktiert im Hinblick auf die nächste Aufgabe: „Es ist eigentlich egal, wen du als Gegner hast, du gehst auf den Platz, um zu gewinnen. Gelingt das nicht, hast du zumindest dazugelernt.“

Mit der Rolle des Underdogs, in der sich Blau-Weiss als Liganeuling befindet, hat Sijsling überhaupt kein Problem. „Ich sage einfach mal, dass wir in diese Klasse gehören. Klar sind wir Außenseiter, aber das ist egal. Wir haben ja in Köln beim 5:1 gezeigt, wie es gehen kann. Warum sollte es nicht in anderen Begegnungen auch so funktionieren? Wir sind bereit, alles zu geben, damit der Klassenerhalt gelingt.“ Da huscht Sijsling wieder ein Lächeln übers Gesicht. Dieses Lächeln zeugt von Entschlossenheit. Alex Jakubec untermauert dies: „Unser Team ist sehr homogen. Gegen Neuss haben wir eine Chance zu gewinnen.“