Aachen: Die neue Städtepartnerschaft mit Sariyer ist amtlich

Aachen: Die neue Städtepartnerschaft mit Sariyer ist amtlich

Seit Samstag ist es mit Urkunde besiegelt und damit amtlich: Aachen hat mit dem türkischen Sariyer einen neuen Städtepartner. In Rahmen eines Festaktes im Krönungssaal des Aachener Rathauses haben Oberbürgermeister Marcel Philipp und Sükrü Genç, Bürgermeister von Sariyer, die Partnerschaftsurkunde unterschrieben.

Gleichzeitig sich trug Genç, der von einer rund zwanzigköpfigen Delegation aus Sariyer begleitet wurde, in das Goldene Buch der Stadt Aachen ein.

Sariyer ist eine Distrikthauptstadt im nördlichen Teil Istanbuls und liegt auf der europäischen Seite. Die Freundschaft mit der Stadt am Bosporus ist zwar die jüngste der Städtepartnerschaften der Stadt Aachen, laut Oberbürgermeister Marcel Philipp reichen die Beziehungen aber weit bis in die römische Geschichte zurück. „Heute sind sie so stark wie niemals zuvor“, sagte Philipp in seiner Rede und wies auf die enge kulturelle, wirtschaftliche, und gesellschaftliche Vernetzung mit der Türkei hin. Nicht zuletzt werde diese durch die vielen türkischen Mitbürger in Aachen gestärkt. Auch Sükrü Genç zeigte sich sichtlich froh über die neue Brücke zwischen Deutschland und der Türkei. „Der gegenseitige Dialog ist Voraussetzung dafür, eine dauerhafte Freundschaft und friedliche Zusammenarbeit zu gewährleisten.“

Langen Applaus erhielt Marcel Philipp, als er die momentane Lage in der Türkei kritisierte. Die Rechte der Bevölkerung zu beschneiden sei „unakzeptabel“. Auch sein Amtskollege Sükrü Genç hob hervor, dass sich die Türkei „einer schweren Prüfung unterzieht“. Umso wichtiger sei es für seine Kommunalverwaltung, Demokratie vorzuleben. „Erfolg ist nur dann möglich, wenn man das Volk an den Entscheidungen teilhaben lässt.“

Im Januar 2013 hatte der Rat einstimmig die Städtepartnerschaft beschlossen. Vorangegangen waren intensive Kontakte und Besuche von Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung, Hochschule und Politik. Sie gründe sich aber auch auf bürgerschaftliches Engagement, betonte Philipp. Schließlich sei es die Begegnung der Menschen, die die Partnerschaft ausmachten. So organisiert zum Beispiel das Couven-Gymnasium bereits einen Schüler-Austausch nach Sariyer, und auch die Volleyballdamen der Alemannia statteten der Stadt im vergangenen Herbst einen Besuch ab.

In Aachen ist es seit langer Zeit eine Tradition, dass die Städtepartnerschaften von der Bürgerschaft selbst getragen werden. Auch bei Sariyer bewährte sich dieses Konzept, kurz nach Ratsbeschluss wurde daher der Partnerschaftsverein Aachen-Sariyer gegründet. Unter dem Vorsitz von Dr. Okan Akin setzt der Verein sich das Ziel, den deutsch-türkischen Dialog zu fördern. Das heißt konkret: Interesse bei der Bevölkerung schüren, Austausche organisieren, Kontakte zu Unternehmen knüpfen und die Kooperation zwischen Schulen und Hochschulen fördern.

Anfang Oktober werden Aachener Delegierte zum ersten Mal offiziell ihre türkische Partnerstadt besuchen.

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