Aachen: Die neue Harmonielehre der CDU hat Philipp überzeugt

Aachen: Die neue Harmonielehre der CDU hat Philipp überzeugt

Letztlich ist alles eine Frage der Harmonie. Und von der verordnet sich die Aachener CDU derzeit schon fast eine Überdosis. Demonstrative Geschlossenheit, Aufbruchstimmung, Lust auf einen Neuanfang — das sind gute Gründe für Marcel Philipp, seine Amtszeit als Aachens OB zu verkürzen und bereits im Mai 2014 bei der Kommunalwahl erneut zu kandidieren.

Was Philipp in dieser Woche den CDU-Gremien mitgeteilt hatte, begründete er am Freitag noch einmal offiziell.

„Erkennbare Freude“

Einstimmig „und mit erkennbarer Freude“, so Philipp, hatte sich der neue Kreisvorstand der Aachener Christdemokraten am späten Donnerstagabend dafür ausgesprochen, dass „ihr“ Oberbürgermeister eine zweite Amtszeit nicht erst 2015 — bis dahin ist er 2009 direkt von den Aachenern gewählt — anstrebt, sondern mit der CDU gemeinsam in den Kommunalwahlkampf 2014 zieht.

„Wir haben wieder eine sehr günstige Situation in Aachen“, umschrieb Philipp das neue CDU-Gefühl. Vergessen scheinen die monatelangen Personalquerelen in der Fraktion, die dem Fraktionsvorsitzenden Harald Baal das Amt kostete und zu einem tiefen Riss in Fraktion und Partei führte. Jetzt, so Philipp, herrsche Optimismus in den Gremien. Man gehe selbstbewusst in das Jahr 2014, wohl wissend, „dass Wahlkampf Kampf ist“. Eine Entscheidung falle erst am Wahlabend des 25. Mai. Philipp will daher auch nichts davon wissen, dass diese OB-Wahl für ihn ein leichtes Spiel ist, da die anderen Parteien — allen voran die SPD — noch überhaupt nicht für die OB-Wahl aufgestellt sind.

„Auch die SPD wird einen Kandidaten benennen, der ernst zu nehmen ist und der seine Chance hat“, so Philipp. Wenn es denn auf Thomas Hissel, der von SPD-Parteichef Karl Schultheis favorisiert wird, herauslaufe, so habe Philipp damit kein Problem. Die Situation ist schon ein wenig pikant, denn Philipp ist oberster Dienstherr Hissels, der Leiter der Abteilung Wissenschaft und Europa im städtischen Fachbereich Wirtschaftsförderung ist. „Ich habe das Herrn Hissel bereits so gesagt.“

Ein wichtiger Grund, schon 2014 anzutreten, ist für Philipp auch Harmonie in anderer Sache. Rat und Verwaltung müssten als Einheit fungieren. Da sei es nicht gut, wenn ein neu gewählter Rat keine Sicherheit habe, wie lange er mit dem OB zusammenarbeiten werde. Übrigens: Anders als CDU-Vize Michael Kirsch, der sich leicht frotzelnd über die Aachener Sozialdemokraten geäußert und seine Vorliebe für Schwarz-Grün betont hatte, legt sich die CDU vor der Wahl nicht auf einen potenziellen Koalitionspartner fest.

Über die neue Farbenlehre solle nach der Wahl eine Mitgliederversammlung entscheiden, sagt die CDU-Führung. Ob Grüne oder SPD — der Partner werde erst dann auserkoren. Ja sogar eine Zusammenarbeit mit der FDP sei denkbar, meinte Philipp, der einen leichten Zweifel, ob die Liberalen denn wohl stark genug würden, allerdings nicht verbergen konnte.