Aachen: Die Krisenhilfe wird zur Partnerschaft

Aachen: Die Krisenhilfe wird zur Partnerschaft

Was können wir hier tun, um Menschen in anderen Teilen der Welt zu helfen? Mit dieser Frage haben sich die evangelische Religionskurse der 5. und 6. Klasse der Maria-Montessori-Gesamtschule beschäftigt.

Durch diese Initiative von Lehrerin Monika Endner konnte nun die Partnerschaft des Aachener Eine-Welt-Forums mit dem indonesischen Dorf Lampaseh auf die Gesamtschule ausgeweitet werden. „Wir haben uns mit der Tsunamikatastrophe von 2004 und deren Konsequenzen beschäftigt. Zunächst waren die Kinder schockiert und traurig, doch mir war wichtig, dass sie nicht hilflos vor Mitleid mit so etwas umgehen, sondern sich fragen: Was können wir tun?“, so Endner.

Denn noch immer sind die Folgen der Katastrophe dort zu spüren, wenn sich auch vieles wieder deutlich verbessert hat. Das Aachener Eine-Welt-Forum rief 2005 die Partnerschaft mit dem Fischerdorf Lampaseh ins Leben und hat seitdem viele Verbesserungen möglich gemacht. Von Wiederaufbauprojekten über Frauenarbeit bis hin zu Beschäftigungsprojekten wurden für das stark betroffene Dorf Perspektiven ermöglicht.

Um das Dorf und vor allem die Schulkinder dort weiterhin zu unterstützen, haben die Fünft- und Sechstklässler, gesponsort vom Bündnis „Fairhandeln in Aachen“, Apfelringe mit fair gehandelter Schokolade hergestellt, wobei sie von den Abiturientinnen und Abiturienten kräftig unterstützt wurden. Diese Süßigkeit haben sie auf dem Schulfest verkauft und den Erlös an die Indonesierin Sri Tunruang überreicht. Die Aktivistin des Eine-Welt-Forums fährt von Zeit zu Zeit mit anderen nach Lampaseh und wird das Geld beim nächsten Mal dort abgeben.

Darüber hinaus sind Brieffreundschaften zwischen Schülerinnen und Schülern der siebten Klasse mit Altersgenossen in Lampaseh und Umgebung entstanden. In englischer Sprache tauscht man sich seit ein paar Monaten über Gemeinsamkeiten und Unterschiede, über die eigene Lebenswelt und Erfahrung aus. Die Teilnahme an diesem jahrgangsübergreifenden Engagement für Lampaseh war für alle Beteiligten überwältigend. „Das ist gleich etwas ganz anderes, als wenn man nur einmalig etwas spendet oder über andere Gegenden liest. Mit so einer Partnerschaft wird es konkret und anschaulich, und die Kinder entwickeln ein ganz anderes Bewusstsein“, freut sich Endner. „Und wir kriegen schließlich auch etwas zurück!“.

In diesem Falle etwas ganz konkretes: Dr. Jürgen Jansen vom Eine-Welt-Forum hat für die Schülerinnen und Schüler einen Reisebericht präsentiert, denn eine Delegation des Forums hat im November Lampaseh besucht. Von dort haben die Aktivisten nicht nur tolle Fotos, Eindrücke und Geschichten mitgebracht, sondern auch ein Geschenk der örtlichen Schule. Die traditionellen Zierwaffen aus Elfenbein in einem Rahmen in den royalen Farben der Region schmücken nun die Maria-Montessori-Gesamtschule und setzen ein Zeichen für die internationale Partnerschaft.