Aachen: Die ganze City rockt und lacht bis in die Nacht

Aachen: Die ganze City rockt und lacht bis in die Nacht

Das Spektakel ist angerichtet, der Talkessel brodelt. Abertausende strömen am Donnerstagabend in die City, um den Stars des Spätsommers einen grandiosen Empfang zu bereiten. Und umgekehrt. Vier Bands auf vier Plätzen - das lässt sich hören!

Zwischen Markt und Münsterplatz „pöngeln” sich beim September Special die Partypilger spätestens ab 20.30 Uhr an allen Ecken - und natürlich auf den Plätzen. Feinster Funk mit Laura Vane & The Vipertones am Rathaus, Rock pur mit Pencilcase auf dem Katschhof, rasanter HipHop mit Speed Caravan auf dem völlig überfüllten Hof und gediegener Akustik-Folk von Tim McMillan am Dom - der Soundmix kommt offensichtlich fantastisch an.

Nicht ganz so laut, aber mindestens so turbulent gehts freilich schon zu, bevor die Verstärker richtig brummen. Hinterm Zaun am Dom zappelt ein schlaksiger junger Mann und rüttelt schreiend am eisernen Gitter. „Befreien Sie mich! Man hat mich gefangengenommen! Jetzt muss ich hier bleiben, bis der Papst kommt.” Die zierliche Ordensfrau, die gerade über den Münsterplatz wandert, legt lieber einen Gang zu. Ganz im Gegensatz zu den kichernden Passanten, die sich allmählich um den quirligen Spaßmacher scharen.

Na also. Shiva Grings, alias „The Pigeon Chaser”, hat das sprichwörtliche Eis genauso flink gebrochen wie die Herzen seiner neuen Fans. Von wegen: gefangen. Im Städtchen ist wieder was los! Niemand, wirklich niemand, der mehr oder minder zufällig vorbeikommt, ist vor dem frechen Oberhektiker Grings sicher. Wie die bierernste Lady im Kostüm, Marke geschäftige Geschäftsfrau, die scheinbar nur Ohren für ihr Handy hat. „Kaufen! Verkaufen! Kaufen!”, feixt der hemdsärmelige Deutsch-Ire prompt mit irrem Blick.

Einer anderen Dame entreißt er das tragbare Telefon kurzerhand. „Hallo! Komm vorbei. Ich brauch mehr Zuschauer”, schnattert er hinein. Und nimmt sogleich die Verfolgung eines älteren Pärchens auf, das seinen anarchistischen Annäherungsversuchen nur mühsam widersteht. „Verlassen Sie ihn und heiraten Sie mich - sofort!”, schmachtet er die verblüffte „bessere Hälfte” hemmungslos an.

Spontaneität ist eben alles. Mehr als ein paar mehr oder minder skurrile Requisiten braucht der Mann nicht, um Lachmuskeln und Nerven seiner Zeitgenossen zu strapazieren. Trippelt eine drollige Promenadenmischung nebst Herrchen vorbei - der kauzige Komiker zückt sofort einen überdimensionalen Knochen. Dann futtert er eine Banane und schmeißt sie einem vorbeihastenden Herrn genau vor die Füße. Vorsicht, Scherz!

Und wie gehts weiter? Heiter! Das garantiert beileibe nicht nur der Blick auf die Wettervorhersage.

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