Aachen: Die Figaros „krönen” Bäckermeister

Aachen : Die Figaros „krönen” Bäckermeister

So gähnend leer wie die Tivoli-Ränge ohne Heimspiel ist das Haupt von Michael Nobis zwar noch nicht. Weil sich die Lustigen Oecher Figaros mit derlei Haarspaltereien aber nicht lange aufhalten, machten sie den Bäckermeister kurzerhand zu ihrem 26. Ehrentoupetträger.

Dass das Geheimnis im Restaurant des Stadions an der Krefelder Straße gelüftet wurde, erleichterte den Vergleich zwischen Frisur und Fanblocks natürlich enorm.

Name überall zu lesen

Dabei werden einige sicher schon vor der Bekanntgabe etwas geahnt haben. Schließlich war der Name des zukünftigen Toupetträgers auf allen Tischen zu lesen: auf den Servietten. Dass mit Nobis einem Mann das Haarteil angetragen wurde, der in Sachen Karneval sicher keine kleinen Brötchen backt, wurde spätestens bei der Rede von Hans Montag deutlich.

Haargenau wusste der Figaro-Vorsitzende die Stationen im närrischen Lebenslauf des Handwerks-Betriebswirts aufzulisten: Mitgliedschaft im Aachener Karnevalsverein (AKV), 1987 Karnevalsprinz und zehn Jahre AKV-Elferrat.

Nicht zuletzt engagiert sich Nobis im Karnevalsverein der Aachener Bäcker, beim Bäckerball fungiert er als Elferrats- und Sitzungspräsident. Und seine Frau Jutta habe „der leicht behaarte Junge” übrigens auch in der fünften Jahreszeit kennen gelernt, wusste Montag.

Harmloser unscheinbarer Anruf

Ein paar graue Haare seien ihm schon gewachsen, als er zu ahnen begann, dass es beim „harmlosen und scheinheiligen” Anruf des stellvertretenden AZ-Chefredakteurs und noch amtierenden Ehrentoupetträgers Bernd Büttgens in Wahrheit um die Nachfolgersuche ging, verriet Nobis: „Der Glaube an die ewige Jugend ist zwar erloschen, aber damit kann ich mich abfinden.”

Mit Blick auf die bisherige Riege der Toupetträger überwiege ohnehin der Stolz. Und Ex-AKV Präsident Dieter Bischoff habe ihm sogar ein bisschen vom Glauben an die ewige Jugend zurückgegeben: „Der meinte zu mir: Dir geht´s wie Obama. Der hat den Preis auch zu früh bekommen.”

Dass sich der Bäckermeister auf weitere Ka(h)lauer getrost einstellen könne, meinte Amtsvorgänger Büttgens, der bei der Überreichung des Ehrentoupets im Rahmen der Galasitzung am 7. Februar im Eurogress die Laudatio halten wird.

Denn die Reaktionen, die die „federleichte Prothese” hervorzurufen vermag, selbst wenn sie gar nicht getragen wird, seien erstaunlich bis haarsträubend. „Du glaubst nicht, wie viele mir durch die Haare gewuschelt und gefragt haben: Na, wo is´ denn et Toupet?”, berichtete Büttgens aus dem Alltag.

Auf dem richtigen Weg

„Sieht man aber kaum” oder „Is jut jemacht” seien weitere Aussagen, mit denen sich Ehrentoupetträger ohne Ehrentoupet arrangieren müssten.

Und vielleicht war es auch die eigene Expertise, die Büttgens in Michael Nobis trotz dessen noch relativ reichlich vorhandenem Haupthaar einen geradezu prädestinierten Ehrentoupetträger erkennen lies: „Du bist ein Mann, der noch nicht mit schütterem Haarwuchs herumläuft. Aber du bist auf einem guten Weg!”