Aachen: Die Bleispitze des Granusturms ist völlig marode

Aachen: Die Bleispitze des Granusturms ist völlig marode

Wenn dieser Mann herumhängt, ist er alles andere als untätig. So wie am Freitagvormittag, als Rainer Schüpphaus die Spitze des Granusturms am Rathaus unter die Lupe nahm. Aus allernächster Nähe, versteht sich.

Kein Problem auch für Dieter Helsig, der den offiziell bestellten und vereidigten Sachverständigen für Dach- und Fassadentechnik im schlappe 80 Kilo schweren „Inspektionskäfig” ruckzuck vom 70 Tonner-Kranwagen aus rund 20 Meter übers Altstadtpflaster hinaus hievte.

Weniger erfreulich für die städtischen Denkmal- und Kassenhüter allerdings, als der Gutachter nach rund zweistündigem Höhenflug erstmals auf den sprichwörtlichen Boden der Tatsachen zurückkehrte: Die Bleiverkleidung des Turms weist durch fortdauernde Korrosion erhebliche Schäden auf, auch das Ziegeldach muss an einigen Stellen erneuert werden.

Kaum anders dürfte das am Marienturm aussehen, den der Experte heute Vormittag inspizieren will. Immerhin ist die metallene Haut der Türme 31 Jahre alt, der Regen hat heftig an ihr genagt.

Wie hoch die Sanierungskosten am Ende ausfallen, konnte Manfred Lennartz vom städtischen Gebäudemanagement natürlich noch nicht „schwindelfrei” beziffern. „Wir gehen aber davon aus, dass wir erhebliche Zuschüsse von Land und Bund erhalten.” Geklärt werden müsste zudem das Schicksal eines Turmfalken, der sich in der Bekrönung des Marienturms niedergelassen hat - allerdings ohne Brut, wie Augenzeuge Schüpphaus unterstrich.