1. Lokales
  2. Aachen

Coronavirus im Altenheim: Die Angst, einen dementen Bewohner anzustecken

Coronavirus im Altenheim : Die Angst, einen dementen Bewohner anzustecken

Suzanne Buschmann leitet ein Aachener Altersheim. Das Coronavirus ist für sie eine besondere Herausforderung.

Im Aachener Altenzentrum Papst-Johannes-Stift arbeitet Suzanne Buschmann als Wohnbereichsleitung. Gefordert ist die 50-Jährige immer, ist sie doch verantwortlich für einen Wohnbereich, der speziell für Menschen mit Demenz ausgerichtet ist. 15 Bewohnerinnen und Bewohnern leben in diesem beschützenden Bereich.

In der Coronavirus-Krise sind die Anforderungen an Suzanne Buschmann jedoch noch einmal gestiegen, besonders psychisch sei es belastend, sagt die Mutter von zwei Kindern. „Was ist, wenn man sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen selbst angesteckt hat und das Virus zu den Bewohnern trägt?“ Diese Frage beschäftigt sie sehr – auch ihre Mitarbeiter.

Dass sie und die Kollegen in der Pflege nur noch mit Mundschutz arbeiten, verunsichere die dementen Bewohner, auch müssten sie die Arbeit von externen Therapeuten auffangen, die im Moment nicht mehr in die Einrichtung kommen können. „Trotzdem gehe ich jeden Tag gerne zur Arbeit, es macht Spaß und es wird auch gelacht.“ Viel Unterstützung und Verständnis erfährt sie aus ihrem Umfeld. Ihr wurden sogar schon selbstgenähte Mundschutzmasken angeboten, erzählt sie.

Dass die Pflege im Moment im Fokus der Öffentlichkeit steht, freut sie, verärgert sie andererseits auch ein wenig. „Wir sind es gewohnt, mit Krisen umzugehen, das sieht sonst keiner. Und Notstand in der Pflege besteht seit Jahren.“ Sie hat die Sorge, dass nach der Corona-Krise niemand mehr daran denkt und vollmundige Versprechen der Politik nicht umgesetzt werden. Doch das Lob und die Solidarität, die sie im Moment erfährt, freuen sie sehr.