Die Aachener Sektion des Deutschen Alpenvereins feiert 125 Jahre

Aachener Sektion des DAV feiert Jubiläum : Auf dem Gipfel der Vereinsgeschichte angekommen

Man nehme eine ökologisch einwandfreie Leinwand, die Farben Dolomit-Rot oder auch Allgäu-Grün, dazu ein paar stylische Graffiti-Impressionen und ein paar Pinseltupfer Nostalgie – und fertig ist das Bild, das die Aachener Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) heute abgibt. Heute, zu einem Zeitpunkt, da aus dem einstigen reinen Bergsteigerklub längst auch ein Sport- und Umweltschutzverein geworden ist.

Das betonten zahlreiche Festredner am Samstagabend im Ballsaal des Alten Kurhauses. Björn Jansen war als Vorsitzender des Startsportbundes, zu dem der DAV gehört, einer der Festredner. Und er betonte, wie sehr er sich über den Erfolg der Aachener Sektion freue – auch wenn er an einer Stelle eine kleine symbolische Faust in der Tasche machen musste. Denn die Sektion hat inzwischen mit 5800 Mitgliedern die Alemannia mit 5600 Mitgliedern überholt und ist Aachens größter Sportverein. Angesichts des 2:0-Sieges der Alemannia über RW Essen vom Samstagnachmittag kam Alemannia-Schatzmeister Jansen die Rechnung etwas leichter über die Lippen.

Es ist erstaunlich, welche Entwicklung die Aachener Sektion seit dem letzten großen Geburtstag vor 25 Jahren genommen hat. Die Öffnung und Modernisierung hat nicht nur einen Mitgliederzuwachs, sondern auch eine viel stärkere Einbindung samt Engagement im lokalen Geschehen gebracht. Das unterstrich Norbert Balser als wichtiges Merkmal des DAV bei seiner Ansprache. Er ist seit über sieben Jahren Vorsitzender, aber seit über 20 Jahren ehrenamtlich in Vereinsführung und Ausbildung engagiert. Fast programmatisch sagte Norbert Balser aber auch: „Normalerweise begrüßt man zuerst die Ehrengäste – ich begrüße zuerst die Mitglieder.“ Denn die sieht er als Motor und Basis der positiven Entwicklung.

Als kleines Geschenk konnte er neben einer Chronik (sie ist in der Endredaktion) eine besondere Form von Festschrift kredenzen. Seit 2017 wurde ein Filmprojekt realisiert, das in jedem Fall ab Montagmorgen auf der neu gestalteten Website der Sektion zu sehen ist. In beeindruckenden Bilder, untermalt von emotionaler Musik, sind die Säulen des Eigenverständnisses des örtlichen DAV dargestellt: Leidenschaft, Sport, Verlässlichkeit in Gemeinschaft, Bewahrung der Natur oder auch eine Prise positiver Verrücktheit.

Und natürlich ist ein Festabend auch geprägt von Gästen. Zu denen, die den größten Applaus bekamen, gehörten gewiss die „besonderen Freunde“ aus Ried im Oberinntal. Der Bürgermeister war gekommen und vor allem eine große Delegation der Bergrettung. In Ried betreibt die Aachener Sektion die Anton-Renk-Hütte und pflegt den Aachener Höhenweg. Wenn man so will, befindet sich also auf 2261 Meter der höchste Punkt unserer Stadt. Die Festredner von Landes- und Bundeverband des DAV betonten auch die besonderen Leistungen der Aachener in den eher neuen Sportarten wie Bouldern oder Speed-Klettern, wo die Aachener Sektion in Yannik Flohé sogar einen deutschen Meister stellt.

Diese Erfolge sollen in Zukunft Maßstab sein. Maßstab für die Bewältigung der kommenden Aufgaben, die Norbert Balser skizzierte: Digitalisierung, der richtige Umgang mit den Sparten Pedelec und Mountainbiking und vor allem nachhaltiger Bergsport. Die Aachener Sektion hat sich beispielsweise an die Spitze einer Initiative zum „Erhalt des Öcher Böschs“ gestellt. Sie versucht den Spagat zwischen den Höhen des Oberinntals und den Niederungen von Wurm und Pau.

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