Deutsche Bahn lässt in Aachen Bäume entlang der Bahnlinie fällen

Kritik des Baumschutzbündnisses : „Kahlschlag“ auf 900 Metern wegen kranker Bäume und Sicherheitsrisiken

An der Bleiberger Straße sind zwischen Fahrbahn und Bahnlinie auf einer Länge von etwa 900 Metern sämtliche Bäume und Sträucher verschwunden. Das kritisiert das Aachener Baumschutzbündnis scharf.

Nur noch Stümpfe junger Bäume sind übrig von dem dichten Bewuchs: Die Bahn hat in den vergangenen Tagen an der Bleiberger Straße Bäume und Sträucher von einer Firma entfernen lassen. Betroffen ist der Bereich, wo eine Brücke (Halifaxstraße) über Bleiberger Straße und die Bahnlinie führt.

In der vergangenen Woche seien ihm die Fällarbeiten an der Bleiberger Straße aufgefallen, erklärt Hans Falk vom Aachener Baumschutzbündnis. „Ich habe die Mitarbeiter der Firma angesprochen, doch die konnten mir nicht viel sagen.“ Bei der Bahn selbst habe er kaum Informationen über die Maßnahme erhalten, lediglich, dass der Auftrag bestünde, durchzupflegen.“

Bei der Maßnahme gehe es um die Verkehrssicherheit und einen Krankheitsbefall bei den Bäumen sowie die jährliche Pflege der Strecke, heißt es auf Anfrage bei der Pressestelle der Bahn. „Gehölze werden runtergeschnitten und etwa 20 dünnere Bäume aufgrund von Fäulnis und Abständen zu spannungsführenden Teilen gefällt“, erklärt ein Sprecher.

Von Pflegearbeiten könne jedoch aus ökologischer Sicht keine Rede sein, kritisiert Hans Falk. Es sei nicht nur krankes Gehölz entfernt worden, sondern es seien auch eindeutig gesunde junge Bäume geschlagen worden. Falk zeigte sich außerdem besorgt, dass die Maßnahme noch nicht abgeschlossen, sondern lediglich unterbrochen sein könnte.

Ob und wo die Pflegearbeiten der Bahn weitergehen, sagte der Sprecher des Konzerns nicht genau, nur soviel: „Des Weiteren stehen natürlich weitere Baumfäll- und Pflegearbeiten entlang von Bahnstrecken in Aachen an. Wir müssen unserer Verkehrssicherungspflicht nachkommen und die jährlichen Pflegearbeiten vornehmen.“

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