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Start ab Samstag: Der Stillstand ist vorbei, Aachen läuft wieder

Start ab Samstag : Der Stillstand ist vorbei, Aachen läuft wieder

„Bei den Läufern herrscht Stillstand“, meldete diese Zeitung am 12. August. 108 Tage später ist dieser Stillstand vorbei. Denn Aachen läuft wieder. Möglich macht das eine Art Einzelzeitlauf rund um den Hangeweiher, der am Samstag startet – und zwar ganz und gar coronagerecht.

Mitte August hatten mit dem Aachener Firmenlauf, dem Benefizlauf sowie dem Herbst- und Winterlauf die Ausrichter von vier großen Aachener Läufen innerhalb von nur zwei Tagen ihre Veranstaltungen abgesagt. „Schweren Herzens“, hieß es damals unisono, doch coronabedingt gebe es keine Alternative. Nichts ging mehr – oder besser – lief mehr in Aachen.

Doch diese Alternative ist inzwischen gefunden. Am Freitag stellten Daniel Gier für den Aachener Firmenlauf, Manfred Xhonneux für den Benefizlauf, Philipp Nawrocki für die ATG, die Herbst- und Winterlauf veranstalten sowie der DLC Aachen, dessen Sylvesterlauf in diesem Jahr ebenfalls nur virtuell ausgetragen wird, das Pilotprojekt „Aachen läuft“ vor. Dabei handelt es sich um eine Art Einzelzeitlaufen rund um den Hangeweiher, bei dem per App die Zeit genommen und – auf Wunsch des Läufers – im Internet veröffentlicht wird. Am Samstag, 28. November, geht’s los. Für ein Startgeld von fünf Euro können alle Sportbegeisterten bis zum 28. Februar 2021 so häufig starten, laufen, wandern oder ach walken, wie sie wollen.

„Als wir die Läufe abgesagt haben“, erinnert sich Daniel Gier an den August, „stand bei uns das Telefon nicht mehr still.“ Der Tenor der Läuferinnen und Läufer lautete bei allen Veranstaltern: „Ihr müsst doch etwas machen.“ Das nahm Manfred Xhonneux, dessen 20. Benefizlauf ebenfalls auf 2021 verschoben worden war, beim Wort. Er meldete sich bei Gier mit der Idee einer gemeinsamen Veranstaltung, wovon sich dann auch die ATG und der DLC sowie die Stadt Aachen schnell überzeugen ließen. „Damit bringen wir wieder Bewegung in die Stadt“, sagt denn auch Sportdezernentin Susanne Schwier, die die Schirmherrschaft von „Aachen läuft“ übernommen hat, bei der Präsentation an der multimedialen Start- und Zielsäule am Hangeweiher. „Das ist eine kluge, durchdachte und attraktive Veranstaltung“, lobt sie die beteiligten Vereine und Personen, zumal sie auch noch einem guten Zweck diene.

Denn auch das sei eine Motivation für die Veranstalter gewesen, gemeinsam dieses Projekt ins Leben zu rufen, wie Manfred Xhonneux betont. „Mit unseren Läufen sammeln wir ja auch immer Spenden für verschiedene gute Zwecke. Die sind jetzt alle weggefallen.“ Zumindest bislang, denn „Aachen läuft“ sammelt für vier verschiedene Institutionen (> Info). „Und dafür kann das Startgeld von fünf Euro auch gerne erhöht werden“, sagt Xhonneux augenzwinkernd.

Die vier Veranstalter präsentieren sich bis zum 28. Februar nacheinander erstens selbst und zweitens auch ihren karitativen Zweck. Und auch die verschiedenen Sponsoren erhalten Gelegenheit, sich darzustellen. So hat Jens Ulrich Meyer als Vorstand der Aachener Bank bereits 5000 Euro für den guten Zweck zugesagt, während Daniel Grosvarlet von BMW Kohl einen großen Lego-Bausatz eines Geländewagens aus seinem Hause als Preis für einen der besten Läufer oder Läuferinnen auslobte. Denn während der drei Monate werden auch immer wieder die Schnellsten ausgezeichnet. „Als Anreiz vor allem für die sportlich ambitionierteren Läufer“, wie Philipp Nawrocki hinzufügt.

„Ein ähnliches Projekt mit dieser neuen Technik gibt es noch in Hamburg“, sagt Daniel Gier, der um Verständnis bat, wenn die Technik am Anfang vielleicht mal haken sollte. „Wir schauen jetzt mal, wie der Lauf angenommen wird“, so Gier, der sich nicht nur eine Verlängerung der Aktionszeit vorstellen könnte, sondern vielleicht auch eine dauerhafte Einrichtung oder die Ausweitung auf weitere Strecken in Aachen.

Auf die Strecke am Hangeweiher habe man sich indes schnell einigen können, sagt Manfred Xhonneux. Denn die Strecke des Firmenlaufs – bevor er 2016 zum Campus Melaten wechselte – rund um den Hangeweiher sowie die Kaiser-Friedrich-Allee hinauf und wieder hinunter sei „erstens bekannt, zweitens beliebt und drittens beleuchtet“. Neben der Start- und Zielsäule am Hangeweiher gebe es übrigens noch eine zweite Station am Brunnen am Brüsseler Ring. „Als Zwischenzeitnahme“, sagt Daniel Gier und fügt lachend hinzu: „Und als Beweis, dass keiner abkürzt.“